DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE
(THE EARTH VS. THE SPIDER, USA, 1958, Regie: Bert I. Gordon)
Drei Jahre nach Jack Arnolds Monster-Klassiker TARANTULA (1955) sollte die nächste Riesenspinne ihre acht Beine auf die Leinwand schwingen. AIP beauftragte den im Monsterkino bereits erfahrenen Bert I. Gordon (DER KOLOSS, 1957), um die Massen ins Kino zu treiben. DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE wurde tatsächlich ein beachtlich Erfolg, der trotz des wesentlich qualitativeren TARANTULA, bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist.
Der Film startet mit gruseliger Musik während die Credits auf ein gezeichnetes Spinnennetz samt Spinne zusteuern. Wenig später wird man mit einer recht harten Szene konfrontiert, in der einem Autofahrer das halbe Gesicht zerfetzt wird, weil er durch einen Strang gefahren ist, der sich später als Spinnenfaden herausstellt. Für 1958 spritzt das Blut gewaltig, auch wenn die Szene nur ein paar Sekunden lang ist. Hier verspricht Gordon einen garstigen Film, den man dann leider nicht bekommt. Stattdessen bekommt man eine spannungsarme Story über zwei naive Teenager, die von viel zu alten Darstellern verkörpert werden, was zur damaligen Zeit keine Seltenheit war, aber mich immer schon gestört hat. Da Carols Vater nicht nach Hause gekommen ist, macht sie sich Sorgen und überredet ihren Freund Mike nach ihm zu suchen. Sie finden das Autowrack von Carols Vater, doch von Mr. Flynn fehlt jede Spur. Sie durchsuchen die Gegend und stoßen schließlich auf eine Höhle, in der eine riesige Spinne lebt. Sie können dem Angriff der Spinne noch rechtzeitig entkommen und suchen Hilfe beim Sheriff, der ihnen natürlich kein Wort glaubt. Nur Professor Kingman glaubt den Teenagern und kann den Sheriff überzeugen, die Höhle aufzusuchen.
DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE entwickelt sich dann zu einem typischen Kleinstadt-vs.-Monster-Film, in dem man sich leider die Kosten und Mühen gespart hat, ein Spinnenmodell zu bauen. Zum Einsatz kommt stets eine echte Vogelspinne, die in die jeweilige Szenerie ins Bild montiert wurde. Kann man machen, sieht auch soweit okay aus, doch kreativ ist das nicht gerade. Außerdem variiert das Tier auch von Szene zu Szene von seiner Größendarstellung, was manchmal etwas irritierend wirkt. Die Angriffe auf Menschen sind hingegen ganz gut getrickst und sorgen für ein paar schöne Momente, während sich die Spinne über die Kleinstadt hermacht und natürlich mit Gegenwehr rechnen muss. Die Idee, die Spinne durch Rockmusik zu erwecken, fand ich ganz niedlich. Ähnliches passiert in TARANTELN – TÖDLICHE FRACHT (1977), nur sind es dort die Geräusche von Wespen über Lautsprecher, die Spinnen anlocken.
DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE ist ein charmanter Monsterfilm, der allerdings deutlich hinter seinen 50er-Jahre-Monster-Kollegen zurückbleibt.
(Bjoern Candidus)