ANGST DER VERLORENEN
(FIEND, USA, 1980, Regie: Don Dohler)
Eine teuflische Energie fährt in den Leichnam eines Musiklehrers, der fortan untot Musikunterricht in einer Kleinstadt gibt, wenn er nicht gerade Frauen die Lebensenergie abzapft.
Don Dohler (NIGHTBEAST, 1982), der das Qualitätskino nicht erfunden hat, hat mit einen Budget von gerade mal 6000$ einen kleinen Horrorfilm gezimmert, der sich mit seinem Billig-Charme gut über Wasser halten kann. Schon zu Beginn auf dem Friedhof, aber auch in der ländlichen Kleinstadt-Siedlung, in denen sich der Film aufhält, musste ich immer wieder an das Kino von George A. Romero denken. Ein kritischer Ton ist hier zwar nicht zu hören, aber das Bild des US-Bürgers in der Kleinstadt kann Dohler ganz gut einfangen. Der grobe 16mm-Look steht dem Film perfekt, und manchmal kommen sogar richtig atmosphärische Szenen zustande, in denen das trübe Wetter geradezu hilfreich war.
Obwohl Dohler seine Geschichte und die Figuren jederzeit ernst nimmt, sorgt er leider schon am Anfang dafür, dass sich die meisten Zuschauer wohl eher zu einem Lachen hinreißen lassen. Der Farbeffekt, wenn die böse Energie in den Auflade-Modus des untoten Musiklehrers fährt, ist schon sehr billig gemacht, aber mir hat er gefallen und passt zur tölpelhaften Performance von Don Leifers. Insgesamt sind die Darsteller mehr schlecht als recht, aber bewegen sich noch im Bereich des Erträglichen. In Sachen Gore gibt es nichts zu verzeichnen, und insgesamt ist Dohlers Film sehr handzahm. Dafür sorgt der Score von Paul Woznicki für ein bisschen Gänsehaut.
ANGST DER VERLORENEN ist ein Horrorfilm ohne große Mittel, der aber genug Charme besitzt, um mir ein freundliches Lächeln zu entreißen.
(Bjoern Candidus)