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Emanuelle – A Woman from a Hot Country, 1978 – ★★★½

DIE FRAU VOM HEISSEN FLUSS
(LA MUJER DE LA TIERRA CALIENTE, Italien, Spanien, 1978, Regie: José María Forqué)

Was nach einem weiteren Film von Joe D‘Amato mit Laura Gemser klingt, ist in Wahrheit eine Regiearbeit des Spaniers José María Forqué, die in einigen Ländern, auch als Teil der EMANUELLE-Reihe vermarktet wurde. Nicht ganz unpassend, denn vom Aufbau dieses Erotik-Dramas ist man nicht weit entfernt von den Sex-Abenteuern, die Frau Gemser sonst rundum den Globus erlebt hat. 

Doch um Laura Gemser, deren Charakter hier keinen Namen trägt, soll es schließlich nicht alleine gehen. Viel wichtiger ist Stuart Whitman, der völlig verzweifelt als Anhalter zweier LKW-Fahrer in einem Anhänger mitfahren darf, von wo aus die Story in die Vergangenheit der beiden Protagonisten führt. Dass Lauras Part vor allem aus sexuellen Erlebnissen mit unterschiedlichen Männern besteht, ist dabei kaum überraschend. Dabei bewegt man sich, im Rahmen des gesmserischen Gesetzes*, nur im Bereich des Soft-Sexes. Passenderweise hat man auch ihren damaligen Ehemann Gabriele Tinti mit reingeschrieben, der allerdings nur einen kurzen Auftritt hat. Whitmans Vergangenheit ist viel komplexer und beschreibt das Beziehungs-Drama zwischen ihm und seiner Ehefrau, die er nach Venezuela bringt, damit sie dort gemeinsam mit ihm leben kann, da er vor Ort als Bauunternehmer arbeitet. Doch seine Frau entwickelt binnen kurzer Zeit tiefe Ablehnung gegen ihren neuen Wohnort im Herzen von Mutter Natur.

Immer im Wechsel gehen die beiden Geschichtsstränge weiter, was Gemsers Part episodenhaft wirken lässt, während sich der Whitman-Part ausschließlich um sein Eheprobleme dreht. In diesem Part rücken auch die Abenteuerfilm-Elemente, die sich ein wenig verhalten, wie im Kannibalenfilm, wenn z.B. eine Schlange über die Ehefrau kriecht und der Dame bewusst wird, dass sie hier am falschen Ort ist. 

Auch visuell kann sich DIE FRAU VOM HEISSEN FLUSS sehen lassen. Die grüne Natur Venezuelas mit all ihren Bergen, Wäldern, Wiesen und Flüssen ist eine Augenweide, die von Carlo Savinas Score prächtig umhüllt wird. 

Wer mit dem europäischen Exploitation- und Erotik-Kino der späten 70er- und frühen 80er-Jahre etwas anfangen kann, sollte bei DIE FRAU VOM HEISSEN FLUSS einen Blick riskieren.

*Laura Gemser hat Hardcore-Szenen stets abgelehnt. 

(Bjoern Candidus)

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