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How to Kill a Judge, 1975 – ★★★★½

WARUM MUSSTE STAATSANWALT TRAINI STERBEN?
(PERCHÉ SI UCCIDE UN MAGISTRATO?, Italien, 1975, Regie: Damiano Damiani)

Mit WARUM MUSSTE STAATSANWALT TRAINI STERBEN? hat Damiano Damiani (TÖTE AMIGO, 1967) einen Film gedreht, der genau das liefert, was das italienische Kino damals so stark gemacht hat. Themen wie Korruption, Mafia, Justizapparat, Politik und Presse stehen im Vordergrund, und schon die Grundidee mit einem Kinofilm über einen Staatsanwalt, der Dreck am Stecken hat, ist originell. Und als Staatsanwalt Traini (Marco Guglielmi) plötzlich ermordet wird, gerät eine Lawine ins Rollen. Damit bekommt der Film plötzlich eine ganz andere Sprengkraft. Es wird ermittelt, und Solari, der Macher des Films, gerät selbst ins Visier. Andere werden vorschnell geopfert, wie z.B. der Bedienstete des Staatsanwaltes, der eigentlich gar kein Motiv hat. Damiani zeigt, wie einfach es ist, einen Unschuldigen zu nehmen, als am System zu rütteln.

Franco Nero spielt den linksgerichteten Reporter und Regisseur Solari, der recht sanft und wenig draufgängerisch angelegt ist. Im System aus Justiz, Machtgierigen und Verbrechern erscheint er geradezu naiv. Aber als Solari lässt er auch nicht locker und gerät immer tiefer in ein Netz, dessen Fäden sich in sämtliche Richtungen erstrecken. Dabei bekommt er Hilfe von Mafiosi Vincenzo Terrasini, der vom stets sympathischen Renzo Palmer verkörpert wird. 

In WARUM MUSSTE STAATSANWALT TRAINI STERBEN? bekommt man eine ganze Wagenladung von verschrobenen und zwielichtigen Figuren geliefert, die perfekt in das Bild aus Korruption und Verbrechen passen, und statt auf wilde Action-Szenen zu setzten, fokussiert sich Damiani auf Inhalte und auf eine packende Story voller Verstrickungen, bis zu einem bitteren Ende. Die Musik von Riz Ortolani ist ungewohnt zurückgenommen. Der Film ist so spannend, dass der Score fast darin verschwindet. 

WARUM MUSSTE STAATSANWALT TRAINI STERBEN? ist ein mitreißender Politthriller über eine Welt der äußerlich Reinen, die innerlich verfault und verdorben sind und nur nach ihrer eigenen Moral handeln. Auch wenn sich die ein oder andere Länge auftut, tritt Damiani ordentlich aufs Gas, ohne sich auf Action und Gewalt verlassen zu müssen, und zimperlich geht es hier auch nicht zu.

(Bjoern Candidus)

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