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A Dog Called… Vengeance, 1977 – ★★★★

THE DOG
(EL PERRO, Spanien, 1977, Regie: Antonio Isasi-Isasmendi)

Das spanische Kino steckt voller Überraschungen, und THE DOG, der auf dem Roman „Como un perro rabioso“ von Alberto Vázquez Figueroa basiert, ist eine dieser. Regisseur Antonio Isasi-Isasmendi führt einen in THE DOG in ein nicht benanntes lateinamerikanisches Land, was von einem Diktator beherrscht wird, der bereits 20 Jahre an der Macht ist, was man Texttafeln entnehmen kann, die immer wieder im Film eingeblendet werden und behaupten, es ginge dem Land hervorragend. Dass dem nicht so ist, zeigt der Film, denn das harte Militärregime um den Diktator, der nur als „El“ betitelt wird, schert sich einen Dreck um sein Volk und wer andere politische Auffassungen hat, wird weggesperrt oder getötet.

Weggesperrt wurde hier auch Jason Miller als politischer Gefangener Aristides Ungria, der in einem Steinbruch seine Strafe verrichten muss. Nach einer sehr spannend inszenierten Flucht vonAristideswährend eines Gefangenentransportes, verwandelt sich THE DOG in einen packenden Actionfilm, in dem ein Hund des Regimes den Flüchtling über Kilometer hinweg jagt. Immer, wenn sich Aristides sicher fühlt, ist der Schäferhund nicht weit. Ständig kommt es zu Attacken, bei denen sich beide immer wieder verletzen. Doch Aristides gelingt es immer, seine Flucht fortzusetzen, um sein Ziel zu erreichen: einer Untergrundorganisation Informationen mitzuteilen, die zum Sturz des Regimes führen sollen.

Regisseur Antonio Isasi-Isasmendis Inszenierung ist von der ersten Minute an dicht und überzogen von einer unangenehmen Atmosphäre. Der riesige Steinbruch und die fast endzeitliche Kulisse lässt kein Entkommen zu, und doch schafft es Aristides, der glänzend von Jason Miller verkörpert wird, der manchmal Blicke draufhat, als hätte er das Set von DER EXORZIST (1973) nie verlassen. Wortkarg wird er von dem Hund gehetzt, dessen letzter Auftrag „Töte Ihn!“ lautete, bevor der Aufseher durch Aristides Bleiladung dahinsiecht.

Auf seiner Flucht begegnet er immer wieder Menschen, die ihm helfen, da sie die politische Situation ablehnen und auch nicht vor Waffengewalt zurückschrecken. In diesem Punkt verhält sich THE DOG manchmal explizit, wenn es zu zahlreichen Einschüssen in Körpern kommt.

Auch visuell ist THE DOG sehr gelungen. Kameramann Juan Gelpí hat nicht nur die Natur Venezuelas sehr schön eingefangen, sondern auch die Mensch-vs.-Hunde-Kampf-Szenen. Stellenweise wirkt die Inszenierung wie ein Italowestern, und der elegante Score vom REITENDE-LEICHEN-Komponist Antón García Abril unterstreicht diese Nähe.

Im letzten Drittel, wenn es in die Hauptstadt des Landes geht, ändert sich die Kulisse zwangsläufig. Alles wird moderner und die 70er-Jahre verraten sich. Auch hier setzt sich Aristides Flucht vor dem Hund weiter fort, ohne auch nur einmal den packenden Ton zu verlieren.

Neben der großartigen Performance vonJasonMiller, ist auch die restliche Besetzung durchaus passend, und ein paar bekannte Gesichter, wie Aldo Sambrell, Luis Barboo und Antonio Mayans, sind auch zu entdecken.

THE DOG ist ein spannender Flucht-Thriller mit einem Hund als verlängerter Arm eines Regimes, was sein Volk unterdrückt, bis es endlich zurückschlägt. Ein stets aktueller Film.

(Bjoern Candidus)

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