
IN DEN FÄNGEN DES PUPPENMACHERS
(ATTACK OF THE PUPPET PEOPLE, USA, 1958, Regie: Bert I. Gordon)
Der Puppenmacher Mr. Franz hat eine Maschine konstruiert, mit der er Menschen auf Puppengröße schrumpfen lassen kann. Dass muss auch seine Sekretärin Sally erfahren, als sie auf das Geheimnis von Mr. Franz stößt. Fortan muss Sally, ihr Freund Bob und eine Handvoll anderer tun, was Mr. Franz sagt.
Das Interessante an IN DEN FÄNGEN DES PUPPENMACHERS ist, dass Bert I. Gordon (IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN, 1977) weniger einen klassischen Science-Fiction-Film inszeniert hat, sondern mehr ein Drama über einen eigenwilligen Puppenmacher, der auch als Mad-Scientist-Figur funktioniert. Für die Außenwelt ist Mr. Franz (John Hoyt) ein freundlicher älterer Herr, der hilfsbereit ist und erfolgreich eine Puppen-Produktion betreibt. Doch Franz fühlt sich in der Gesellschaft von seinen Puppenmenschen (u.a. John Ager) sehr viel wohler und sorgt sich geradezu fürsorglich um sie, freilich nur, wenn sie tun, was er will. Die restliche Zeit werden sie betäubt und in Glaszylindern gefangen gehalten.
Dass IN DEN FÄNGEN DES PUPPENMACHERS auf Jack Arnolds Verkleinerungs-Klassiker DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C (1957) reagiert, dürfte kaum von der Hand zu weisen sein, aber die Story ist gänzlich eine andere, und das machtGordonsFilm durchaus sehenswert.
Auch bei den Effekten hat man sich bei Arnolds Film inspiriert und Möbel und andere Gegenstände in groß gebaut, damit die Darsteller daneben groß, wie Barbie-Puppen wirken. Das ist soweit gelungen, auch wenn man sich in einem weitaus kleineren Rahmen bewegt als bei Arnold. Auch die Gefahren durch Tiere (hier eine Ratte, Katze und ein Hund) werden aufgegriffen und bringen ein bisschen Action in die zweite Filmhälfte. Sehr störend wirkt dabei die unpassende Big-Band-Musik von Albert Glasser.
IN DEN FÄNGEN DES PUPPENMACHERS ist ein Sonderling des 50er-Scifi-Kinos, der vor allem durch die Figur des Mr. Franz funktioniert.
(Bjoern Candidus)