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Lake of Dracula, 1971 – ★★★★

LAKE OF DRACULA
(NOROI NO YAKATA: CHI O SUU ME, Japan, 1971, Regie: Michio Yamamoto)

Eine Reihe von Frauenmorden beschäftigt eine japanische Küstenstadt. Als in einem Krankenhaus eine Frau mit zwei Wundmalen am Hals eingeliefert wird, erinnert sich Akiko an ein schreckliches Erlebnis, was in ihrer Kindheit stattgefunden hat. Sie war auf der Suche nach ihrem kleinen Hund, der sich in einem unheimlichen Haus verlaufen hat. Dort stieß sie auf eine tote Frau mit ebensolchen Wundmalen am Hals und auf einen schrecklichen Mann mit fürchterlich Blick und langen Eckzähnen. Während Akikos Freund mittels Hypnose herausfindet, wo das Haus steht, schlägt der Schrecken aus der Vergangenheit bereits wieder um sich. 

Der zweite Teil der losen Tōhō-Vampir-Trilogie von Regisseur Michio Yamamoto setzt klar auf das Höher-schneller-weiter-Fortsetzungsprinzip und setzt dem Vorgänger THE VAMPIRE DOLL in sämtlichen Hinsichten eins drauf. Nach einer in leuchtenden Farben getränkten Eröffnungsszene am Meer, schlägt die friedliche Stimmung direkt um, wenn sich die kleine Akiko auf der Suche nach ihrem Hund in einem unheimlichen Haus im Wald verläuft was aussieht, als wäre es aus einem Film von Mario Bava entsprungen. Hier zeigt sich bereits der Antagonist des Films: ein adretter, wenn auch höchst aggressiver Vampir (Shin Kishida) mit leichenblasser Haut, gelben Augen und langen, spitzen Eckzähnen. Das Vampir-Design ist durchaus gelungen und orientiert sich klar an westlichen Motiven. Die Garstigkeit und die spätere Handlungsverlagerung in urbanere Bereiche bringt LAKE OF DRACULA auch etwas in die Nähe von der AIP-Produktion JUNGES BLUT FÜR DRACULA (1970) in dem Robert Quarry als Graf Yorga ähnlich übellaunig drauf ist. So prächtig wie LAKE OF DRACULA ist Bob Kelljans Film allerdings bei weitem nicht. Visuell bekommt man hier sehr viel Schönes geboten. Die Schauplätze sind abwechslungsreich, und wenn man sich nicht gerade in irgendwelchen Räumlichkeiten aufhält, bekommt man sehr viel Natur geboten, die das Ganze noch weitläufiger gestaltet als in THE VAMPIRE DOLL. Es tauchen mehr Figuren auf, damit auch mehr ableben können. Wie im Vorgänger bekommt man es auch hier wieder mit fähigen Darsteller zu tun.

Ebenso wurde die Gore-Schraube etwas angezogen, was nicht heißen soll, dass man es hier mit einem brutalen Film zu tun hat. In erster Linie liegt der Fokus von Yamamoto auf der unheimlichen Atmosphäre, die wieder von Riichirô Manabes Score unterstrichen wird, der diesmal auch Jazz-Elemente mit reinbringt. 

LAKE OF DRACULA ist ein spannender, sehr atmosphärischer Horrorfilm, der es trotz sämtlicher Vampirfilm-Klischees versteht, frisch zu wirken. Gerade die Bildgestaltung macht diesen Film zu einem absoluten Hingucker.

(Bjoern Candidus)

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