
EVIL OF DRACULA
(CHI O SUU BARA, Japan, 1974, Regie: Michio Yamamoto)
Shiraki möchte seinen Job als Lehrer in einem abgelegenen Mädchenpensionat antreten. Als er seinem zukünftigen Vorgesetzten gegenüber sitzt, unterbereitet der ihm das Angebot, seinen Posten als Rektor zu übernehmen. Als sich Shiraki auf sein Zimmer zurückzieht, wird er plötzlich von zwei Damen angegriffen und niedergeschlagen. Doch das hält ihn nicht davon ab, seinen Job als Lehrer anzutreten. Doch schnell findet er heraus, dass in dem Mädchenpensionat eine böse Macht ihr Unwesen treibt.
Der letzte Teil von Michio Yamamotos Vampir-Trilogie setzt seinen Stil weitestgehend fort. Das finstere Haus im Wald, was man aus den beiden Vorgängerfilmen kennt, ist auch hier wieder anzutreffen und spielt als Handlungsort eine zentrale Rolle. Diesmal liegt aber ein Mädchenpensionat direkt gegenüber, was jungfräuliches Blut verspricht. Erneut bekommt man wieder sehr schöne Aufnahmen präsentiert, die die Architektur und Naturkulissen eindrücklich präsentieren.
Wie in den anderen Teilen ist auch hier wieder keine religiöse Symbolik wie Kreuze, Weihwasser etc. anzutreffen, dafür bekommt man eine Vorgeschichte geliefert, die einen 200 Jahre zurückführt und erklärt, wie das Böse aus dem Westen nach Japan kam, um sich zu verbreiten. Der Obervampir und Rektor des Mädchenpensionats wird erneut von Shin Kishida verkörpert.
Wie in THE VAMPIRE DOLL und LAKE OF DRACULA gibt es überall bekannte Zutaten aus dem westlichen Kino zu entdecken, die aber nie falsch oder aufgesetzt wirken. Auch in diesem dritten Teil nimmt Yamamoto seine Inszenierung und die Figuren ernst. Ebenso aufrecht hält er die düstere Atmosphäre, die sich konstant durch alle Teile zieht.
Im Vergleich zu den anderen Teilen ist EVIL OF DRACULA etwas zäher und dialogreicher. Erst im letzten Drittel nimmt die Inszenierung an Fahrt auf und liefert ein starkes Finale, was die Vampir-Trilogie perfekt abrundet.
Auch wenn EVIL OF DRACULA seinen Vorgängern etwas unterlegen ist, ist er immer noch ein sehr schöner Vertreter des japanischen Horrorkinos der 70er-Jahre.
(Bjoern Candidus)