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The Shadow of the Cat, 1961 – ★★★½

SCHATTEN EINER KATZE
(SHADOW OF THE CAT, GB, 1961, Regie: John Gilling) 

Walter Venable lässt seine Frau Ella von seinem Bediensteten töten, nachdem sie ihr Testament zu Walters Gunsten unter Druck geändert hat. Walter und seine beiden Bediensteten Andrew und Clara lassen die Leiche von Ella verschwinden. Doch die Tat bleibt nicht unbeobachtet. Tabitha, die getigerte Hauskatze hat das Verbrechen beobachtet, und die Täter wissen davon. Während die drei fortan Jagd auf die Katze machen, wird Mrs. Venable als vermisst gemeldet. Dann trifft Walters Nichte Beth ein, die eigentliche Erbin, die in einem Testament genannt wird, was irgendwo im Haus versteckt sein muss. Aber die Familie ist groß, und so treffen noch mehr Mitglieder ein, die Walters Plan unterstützen wollen. 

Mit SCHATTEN EINER KATZE ist ein weiterer Beitrag der Schwarzweiß-Krimi- / Thriller-Phase der britischen Hammer-Studios entstanden, der sich durchaus mit Gothic- und Horror-Motiven schmückt. Schon von Beginn an steht das Geschehen auf Atmosphäre. Ella Vernable (Catherine Lacey) liest ihrer Katze Tabitha „Der Rabe“ von Edgar Allan Poe vor, während es draußen blitzt und donnert. Dann nähert sich ihr ein Mann, der sie eiskalt erschlägt.

Regisseur John Gilling (DAS SCHWARZE REPTIL, 1966) hat hier einen sehr dicht inszenieren Erbschafts-Krimi gezimmert, der sich von Beginn an mit tollen Schwarzweißbildern schmückt, die wunderbar ausgeleuchtet wurden. Kameramann Arthur Grant stand hinter der Kamera, was den Film gleich aufwertet. Immer wieder gelingt es ihm hier eine gruselige Atmosphäre einzufangen. Da man die Täter bereits von Anfang an kennt, stellt sich hier nicht die Frage nach dem Täter, sondern danach wie er, bzw. wie sie überführt werden können. Dass der einzige Zeuge eine Katze ist, ist eine wunderbare Idee, die auch toll umgesetzt wurde. Sehr schön sind die POV-Sequenzen, wenn man durch die Augen der Katze schaut und das Bild plötzlich gequetscht wird. Die Angstreaktionen der Täter gegenüber der Katze mögen ein bisschen übertrieben sein, aber gleichzeitig hat mich genau das unterhalten. 

Visuell ist man auf hohem Niveau unterwegs. Die Drehorte und Kulissen sind wunderbar inszeniert, aber das vor allem die Darsteller überzeugen auf ganzer Linie. Den Part der Nichte Beth hat Barbara Shelley abbekommen, ihr Onkel Walter Venable wird von André Morell verkörpert. Alan Wheatley ist als Inspector Rowles dabei. Insgesamt tauchen hier sehr viele Figuren auf, die zwar teilweise nicht nötig gewesen wären, aber allesamt gute Arbeit erbracht haben. Das gilt auch für Komponist Mikis Theodorakis, der hier zu hören ist. 

Auch wenn die Erbschafts-Story schon 1961 nicht mehr neu gewesen ist und irgendwo zwischen dem Bühnenstück „Die Katze und der Kanarienvogel“ und Poes „die schwarze Katze“ angesiedelt ist, hat John Gilling mit SCHATTEN EINER KATZE einen sehr unterhaltsamen, toll fotografierten und stark besetzen Krimi gedreht, der, wie so einige andere Hammer-Produktionen jener Jahre, unter dem Radar läuft. 

(Bjoern Candidus)

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