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Ride the High Country, 1962 – ★★★★

SACRAMENTO
(RIDE THE HIGH COUNTRY, USA, 1962, Regie: Sam Peckinpah)

Der in die Jahre gekommene Steve Judd bekommt den Auftrag, Gold aus den Bergen runter in die Stadt zu transportieren. Hilfe bekommt er von seinem alten Freund Gil Westrum und dem Jungspund Heck Longtree. Auf dem Weg in die Berge lernen sie Elsa kennen, die mit ihrem streng religiösen Vater auf einer Farm lebt. Da sie einen Mann in den Bergen heiraten will, nutzt sie die Gelegenheit, sicher in die Berge zu flüchten und folgt den drei Cowboys in die Goldgräberstadt. Als Elsa ihren zukünftigen Ehemann Billy mit seinen drei Brüdern im Lager der Goldgräber entdeckt, wird rasch geheiratet. Doch schon in der Hochzeitsnacht stellt sich Billy als brutaler, versoffener Rüpel heraus, der Elsa schlägt und vergewaltigen will.  

Sam Peckinpahs zweiter Spielfilm serviert einem bereits zur Begrüßung die wunderschöne, sonnendurchflutete Natur von Kalifornien mit ihrem Bergketten und den Mischwäldern. Der Herbst scheint langsam aufzuziehen, aber es hängen noch genug goldgelbe Blätter in den Bäumen, um tolle Kontraste zu den immer grünen Nadelbäumen zu schaffen. Bereits im Spätherbst mit Blick auf den Winter des Lebens befinden sich die beiden Cowboys 
Steve Judd (Joel McCrea) und 
Gil Westrum (Randolph Scott). Die glorreichen Zeiten sind vorbei, und Ermüdungserscheinungen machen sich breit, aber die will keiner von den beiden so richtig wahrhaben. Steve Judd, ein ehemaliger Marshall, ist ein gesetzestreuer Mann mit Moral und Anstand. Seine Freundschaft zu Gil Westrum ist ihm wichtig. Doch Gil stellt sich als Problem heraus, denn ihn treibt, gemeinsam mit dem jungen Cowboy Heck Longtree (Ron Starr), eine eigene Agenda an. Doch bis sich die Verhältnisse ändern vergeht viel Spielzeit, die Peckinpah mit guten Dialogen füllt, die neben den Weisheiten alter Männer auch Platz für Humor bietet, der sich dezent zeigt. Aber für Kontrast wird schnell gesorgt. R.G. Armstrong darf als brutaler Vater seine Tochter Elsa (Mariette Hartley) im Namen Gottes vermöbeln, bevor ihr noch Schlimmeres mit Billy (James Drury) droht. Was das widerliche Verhalten von Billy und seinen Brüdern angeht, zeichnet sich bereits STARW DOGS (1971) ab, auch wenn es hier glücklicherweise nicht zu einer Vergewaltigung kommt. An die obligatorischen Schießereien wird natürlich auch gedacht, doch die bleiben verhältnismäßig zurückhaltend, und an seiner prägenden Zeitlupe hat er sich hier noch nicht bedient.

SACRAMENTO besticht nicht durch eine große Geschichte mit komplexen Verstrickungen, sondern ist eine gute Mischung aus einem Film über Moral, Freundschaft, Liebe, Vertrauen, aber auch Vertrauensbruch, Gier und der Erkenntnis, einfach langsam im Leben ausgedient zu haben und mit Würde abzutreten. Zudem liefert Kameramann Lucien Ballard eine hervorragende Fotografie, die die Inszenierung zu jeder Zeit edel erscheinen lässt. Die Kulissen der Goldgräberstadt in den Bergen sind gelungen, wie auch die gesamte Garderobe und Ausstattung. Und Peckinpah baut tolle Details ein, wie z.B. einen Raben, der auf der Schulter von Billys Bruder Henry (Warren Oates) sitzt. Die Figuren und die Story sind gut ausgearbeitet und keine Minute wird mit langweiligem Geplänkel gefüllt. Passend, wenn auch wenig prägnant habe ich den Score von George Bassman empfunden.  

SACRAMENTO ist ein starker Western mit tollen Darstellern, guten Themen und einer versierten Fotografie. 

(Bjoern Candidus)

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