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Silent Madness, 1984 – ★★½

SILENT MADNESS – DER SCHLÄCHTER
(SILENT MADNESS, USA, 1984, Regie: Simon Nuchtern)

In einer psychiatrischen Einrichtung kommt es zu einer namentlichen Verwechslung, die dafür sorgt, dass ein gefährlicher Psychopath entlassen wird, der keine Zeit verliert, Menschen zu töten. Während die Klinikleitung versucht, den Fall zu vertuschen, setzt die Psychiaterin, Dr. Gilmore, alles dran, den gefährlichen Patienten, Howard Johns, aufzuspüren. 

Im Wust der zahlreichen Slasher, die HALLOWEEN (1978) auslöste, gehört Simon Nuchterns Regiearbeit SILTEN MADNESS zu jenen Vertretern, die einem nervige Teenager weitestgehend ersparen. Auch hier sterben junge Menschen, vor allem Frauen auf teils sehr brutale Art. Doch der ein oder andere Mord findet nur im Off statt, während andere Morde für die 3D-Fassung verschandelt wurden. Der 3D-Zuschauer mag das ja gut finden, doch für den 2D-Zuschauer wird es unschön. Dennoch darf man sich über einen Schädelbruch mittels Schraubstock freuen und darf sich erneut von der Wirksamkeit von Nagelpistolen überzeugen. Auch wenn man letztlich nicht viel zu sehen bekommt, ist der Film recht hart, was auch am Killer selbst liegt. Dieser trägt keine Maske, ist nicht entstellt, aber guckt wie die schlechte Laune höchstpersönlich. Kein Freddy, kein Jason, sondern nur „nur“ ein stummer Psychopath mit traumatischer Vergangenheit. Nichts Neues also, und auch der Twist am Ende sorgt nicht für eine große Überraschung.

Positiv ist die Figuren-Zeichnung, und mit der hebt sich SILENT MADNESS sogar ab, zumindest im Rahmen seines Genes. Belinda Montgomery hinterlässt als Ärztin und Hauptdarstellerin einen guten Eindruck und überzeugt sogar, wenn sie im Finale in den Laurie Strode- / Ripley-Modus schaltet. Im letzten Drittel baut Nuchtern dann auch endlich Spannung und Atmosphäre auf, die lange Zeit nur auf Sparflamme lief. Dafür darf man sich auf Viveca Lindfors (CREEPSHOW, 1982) und Sydney Lassick (EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST, 1975) freuen, die die Inszenierung aufwerten. Der Killer wird von Solly Marx dargestellt, der auch ein Jahr später in Nuchterns DIE HYÄNEN mitspielte. Dass der Killer nicht die einzige Problemfigur ist, erweitert den Spielraum für die vielen verschrobenen Nebenfiguren, die sich vor allem unter dem Klinikpersonal finden.

Sieht man von der Schwäche in den 3D-Momenten ab, sieht SILENT MADNESS insgesamt ordentlich aus und wurde gut fotografiert. Nuchterns Inszenierung ist aber stellenweise etwas ermüdend und spannungsarm. Netter, recht unbekannter Slasher, der etwas an den besseren ZWEI STUNDEN VOR MITTERNACHT (1980) von Jack Sholder erinnert. 

(Bjoern Candidus)

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