DER TÖDLICHE SCHWARM
(THE SWARM, USA, 1978, Regie: Irwin Allen)
In einer Raketenbasis in Texas kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall. Eine ganze Crew wird von hochgiftigen Afrikanischen Bienen getötet. Das Militär versucht den Zwischenfall herunterzuspielen, doch Insektenforscher Brad Crane macht General Thompson und Major General Thalius Slater die Situation klar, während draußen die Bienen bereits ihre nächsten Opfer finden. Die Angriffe werden immer heftiger, während man fieberhaft nach einer Lösung sucht, die auch Dr. Walter Krim auf den Plan ruft, der an einen Impfstopff arbeitet.
DER TÖDLICHE SCHWARM ist quasi die Kino-Antwort zu Bruce Gellers TV-Tierhorrorfilm MÖRDERBIENEN GREIFEN AN (1976). Doch im Gegensatz zu den überschaubaren Mitteln, die Geller zur Verfügung hatte, durfte sich Irwin Allen (UNTERNEHMEN FEUERGÜRTEL, 1961) ganz anders austoben. Vor allem die Auswahl der Darsteller ist nahezu erschlagend. Michael Caine, Richard Widmark, Richard Chamberlain, Ben Johnson, Lee Grant, José Ferrer, Henry Fonda, Cameron Mitchell, Bradfort Dillman und Katherine Ross tummeln sich hier und gehen leider allesamt ziemlich unter, und das soll schon was heißen. Nicht, dass hier jemand schlecht spielen würde, aber es scheint, als hätten sich alle gegenseitig die Lust und Laune abgesaugt. Steif, lustlos, sonderbar.
Bedenkt man aber die wissenschaftlichen oder militärischen Figuren, die sie verkörpern und die Katastrophensituation, in der man sich befindet, macht zumindest die Steifheit irgendwie Sinn. Sehr gelungen ist hingegen die beklemmende Atmosphäre in der Militärbasis, die manchmal auch an Filme wie ANDROMEDA (1971) und PHASE IV (1974) erinnert. Visuell ist DER TÖDLICHE SCHWARM ein Gedicht, und vor allem die Bienenschwärme und ihre Attacken sind hervorragend gemacht. Dazu kamen teilweise auch echte Bienen zum Einsatz, die geschickt mit Trickaufnahmen kombiniert wurden. Man bekommt einige Angriffe zu sehen und es kommt zu vielen Toten. In dem Punkt liefert Allens Film weitaus mehr Schauwerte als MÖRDERBIENEN GREIFEN AN.
Doch zwischen dem Bienenhorror liegen zahlreiche Durststrecken, die DER TÖDLICHE SCHWARM immer wieder ausbremsen und unnötig in die Länge ziehen. Vor allem die Langfassung mit über 150 Minuten ist einfach zu ausgedehnt. Zwar liefert man einige Idee zur Bekämpfung und spricht auch davon, wie es wäre, wenn es gar keine Bienen mehr geben würde, was den Film aktueller denn je macht, aber die Spannung bleibt größtenteils fern. Erstaunlich unauffällig ist auch Jerry Goldsmiths Score, der ein Jahr vorher noch pompös DAS OMEN veredelte.
Trotz großer Namen, großer Bilder, toller Effekte ist DER TÖDLICHE SCHWARM viel zu trocken und zu lang, um mich bei Laune halten zu können.
(Bjoern Candidus)
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