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The Monster and the Girl, 1941 – ★★★

DAS UNGEHEUER VON CHICAGO
(THE MONSTER AND THE GIRL, USA, 1941, Regie: Stuart Heisler)

Scot Webster steht wegen Mordes vor Gericht. Er soll einen Mann getötet haben, der in Wirklichkeit von dem Gangster W. S. Bruhl und seinen Leuten getötet wurde. Da Webster seine Schwester Susan aus den Fängen von Bruhl befreien will, nutzt der Gangsterboss die Chance, Webster als Mörder hinstellen zu können. Mit Erfolg. Webster wird zum Tode verurteilt. Doch er bekommt ein Angebot eines Wissenschaftlers: sein Gehirn soll in den Kopf eines Gorillas gepflanzt werden, um der Wissenschaft zu dienen.

Affen haben schon immer eine ganz besondere Faszination auf den Menschen ausgeübt, und bereits 1933 wurde der Gorilla mit KING KONG für das Kino etabliert. In DAS UNGEHEUER VON CHICAGO greift man ebenfalls wieder auf einen Gorilla zurück, der von Charles Gemora dargestellt wurde, der sich durch die Darstellungen von Gorillas im Kino einen Namen gemacht hat. 
In Stuart Heislers Film taucht Gemora erst ab der Hälfte der Spielzeit in seinem Affenkostüm auf, was er selbst entworfen hat und durchaus gelungen ist. Besonders das Gesicht des Affen sieht ziemlich realistisch aus. 

Heislers Inszenierung teilt sich in zwei Hälften auf. DAS UNGEHEUER VON CHICAGO startet vor Gericht mit der Anklage gegen Scot Webster, dem Mord vorgeworfen wird. Seine Aussagen erlebt man dann in Form von Rückblicken, die dem Zuschauer die Unschuld Websters beweisen, was das Urteil des Richters umso schrecklicher macht. In diesen Szenen hat man es dann mit einer Art Gangster-Drama mit Film Noir – Anstrich zu tun, der leider nicht sonderlich spannend inszeniert wurde. Aber die 60 Minuten Spielzeit sorgen auch dafür, dass man sich nicht lange aufhält. Nach 30 Minuten verwandelt sich die Inszenierung dann in einen Mad Scientist-Horrorfilm, der von der irrsinnigen Idee eröffnet wird, dass ein Wissenschaftler das Gehirn von Webster in den Kopf eines Gorillas pflanzen möchte, nachdem er hingerichtet wurde. Zwar funktioniert die Transplantation, doch was Dr. Parry nicht bedacht hat, sind die Rachegelüste Websters. Fortan läuft der Gorilla des nächtens durch die Gegend und sucht die auf, die ihn erst in die missliche Lage brachten, um sie der Reihe nach zu töten. 

Bei den Attacken des Gorillas auf Bruhls Männer sollte man nicht viel erwarten, das meiste passiert im Off oder sieht albern aus, aber das ist okay, denn insgesamt ist DAS UNGEHEUER VON CHICAGO charmant inszeniert, durchaus ordentlich fotografiert und gut besetzt mit Ellen Drew als Susan Webster und Phillip Terry als ihr Bruder Scot Webster. Neben ein paar atmosphärischen Nacht-Szenen gibt es ein paar herzerwärmende Szenen, wenn z.B. ein kleiner Hund mit dem Gorilla spielen möchte und ihn auf seiner Rachetour durch die Nacht begleitet. 

DAS UNGEHEUER VON CHICAGO ist ein durchaus ansprechendes Horror-Krimi-Gorilla-Drama, was sich deutlich von ähnlich gelagerten Filmen abhebt. 

(Bjoern Candidus)

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