DARK AGE – CROCODILE HUNTER
(DARK AGE, Australien, 1987, Regie: Arch Nicholson)
In den Gewässern rund um die australische Nordküste treibt sich ein riesiges Krokodil herum. Als es zu Attacken des Tieres kommt, ruft man Steve Harris auf den Plan, der aber als Wildhüter das Krokodil mitnichten töten will, da die Aborigines in ihm den Numunwari, den Herrscher aller Flüsse auf Erden, sehen. Während Steve, seine Freundin Cathy und Adjaral, ein Aborigine, auf der Suche nach dem Krokodil sind, sind auch Jäger auf dem Weg, und die wollen das Tier um jeden Preis töten.
Ähnlich wie in Sergio Martinos FLUSS DER MÖRDERKROKODILE (1979) soll auch die Panzerechse in DARK AGE einen göttlichen Hintergrund haben. Nur ist man hier nicht auf Sri Lanka, sondern in Queensland, Australien. Basieren tut der Film auf dem Roman „Numunwari“ von Grahame Webb.
Was DARK AGE von den anderen Kroko-Filmen unterscheidet ist die Tatsache, dass das Krokodil nicht als Bestie inszeniert wird. Zwar tötet es, aber es hilft auch und verfolgt grundsätzlich keine bösen Absichten, schon gar nicht den Aborigines gegenüber, und trotzdem frisst es eins ihrer Kinder. Nicholsons Inszenierung ist mehr ein Abenteuerfilm mit Konflikten zwischen dem „weißen Mann“, den Aborigines und ihrer Kultur als ein Tier-Horrorfilm. Trotzdem vergisst Nicholson nicht gänzlich den Horror und liefert ein paar blutige Fressattacken und ein paar derbe Schießereien gegen Mensch und Tier. Insgesamt sieht die Produktion hochwertig aus. Die ordentliche Kameraarbeit von Andrew Lesnie liefert einem schöne Bilder von Flüssen, Felsen und Wäldern, die einem die Natur von Australien nahebringen. Visuell ist DARK AGE ein rundum gelungener Film, der auch mit einem schönen Krokodilmodell aufwartet und die ein oder andere JAWS-Hommage liefert.
Aber auch die Darsteller können sich sehen lassen. John Jarratt (WOLF CREEK, 2005) spielt den Wildhüter Steve Harris, was gut zu ihm passt. Cathy, seine Angehimmelte, wird von Nikki Coghill (THE TIME GUARDIAN, 1987) dargestellt. Die Aborigines werden in erster Linie vertreten von David Gulpilil als Adjaral und Burnham Burnham als Oondabund. Zudem gibt es zahlreiche andere Figuren, die auch kleinere Nebenschauplätze bespielen und so die Inszenierung immer in Bewegung halten.
DARK AGE liefert eine spannende Story, gute Darsteller, eine schöne Panzerechse und tolle Landschaften. Eine kleine, kaum besungene Ozploitation-Perle.
(Bjoern Candidus)