TEXAS CHAINSAW MASSACRE – DIE RÜCKKEHR
(THE RETURN OF THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE, USA, 1994, Regie: Kim Henkel)
Vier dumme Jugendliche bleiben nach dem Abschlussball mit ihrem Auto in der Pampa stehen. Es dauert nicht lange, bis jemand seine Hilfe anbietet. Doch diese Hilfe stellt sich als trügerisch heraus, denn ganz in der Nähe steht das Haus der Kannibalen-Familie Sawyer, die bereits sehnlichst auf Frischfleisch wartet..
Dass ausgerechnet Kim Henkel, der Mit-Vater des Original THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) hinter diesem Film hier steckt, ist schon an sich ein Trauerspiel. Ein neuer, modernerer Titel des Films könnte TEMU CHAINSAW MASSACRE – DIE RÜCKSENDUNG lauten. Doch selbst ein Temu-Produkt kann einen Nutzen erfüllen, und den erfüllt auch Henkels Film. Nach dem Abspann hat man nämlich 87 Minuten damit verbracht, sich zu fragen, warum solch ein Produkt überhaupt entstanden ist. Dabei ist die Lösung ganz einfach: es ging natürlich um Geld.
Der Vorteil von TEXAS CHAINSAW MASSACRE – DIE RÜCKKEHR ist der, dass er zu keiner Zeit irgendeine Spannung oder ein Interesse erweckt, was mit laufender Spielzeit abflachen könnte. Wo nichts ist, kann man nichts nehmen. Den dämlichen Jugendlichen wünscht man den sofortigen Filmtod, damit sie nicht mehr nerven können. Dass Renée Zellweger, die hier das Hauptopfer Jenny spielt, nichts mehr von dem Film wissen will, ist fast verständlich. Das gleiche Problem hat auch Matthew McConaughey, der hier ein versifftes und mit elektronischer Beinschiene ausgestattetes Mitglied der Familie Sawyer ist. Er nennt sich Vilmer und ist genau so belanglos wie der Rest der Familie, die bis auf Leatherface aus neuen Figuren besteht. Leatherface geht fast völlig unter oder verkommt als kreischender Transvestit, der höchstens terroristische Angriffe auf mein Nervenkostüm veranstaltet hat. Dass er sich hier wie eine Frau schminkt, ist gar nicht das Problem. In den geschnittenen Szenen des Originals ist eine ähnliche Szene zu sehen, die Henkel möglicherweise schon damals im Film haben wollte. Neben Vilmer gibt es noch Joe Stevens als W.E., der noch langweiliger ist als Vilmer und Tony Perensky als dumme Titten-Tussi Darla.
Und wer dachte, Henkel liefert wenigstens Blut und Gekröse, muss auch in diesem Punkt bitter enttäuscht werden. TEXAS CHAINSAW MASSACRE – DIE RÜCKKEHR ist mit Abstand der zahmste Teil der Reihe. Hier wurde erst gar nichts versucht, was hätte hängen bleiben können. Eine Sache wäre da vielleicht doch, denn die Story hält ja noch eine Art Auflösung parat. ACHTUNG SPOILER! Gegen Ende taucht noch ein mysteriöser Mann der Illuminaten auf, der den Film vollends ins Bodenlose fallen lässt.
Man kann TEXAS CHAINSAW MASSACRE – DIE RÜCKKEHR drehen und wenden, wie man will, er bleibt ein extrem schlechter Film.
(Bjoern Candidus)