MAD DOG
(MAD DOG MORGAN, Australien, 1976, Regie: Philippe Mora)
Während des Goldrauschs Mitte des 19. Jahrhunderts in Australien gerät Daniel Morgan (Dennis Hopper) zwischen die Fronten von weißen, rassistischen Australiern und Chinesen. Bei einem Angriff auf einem Camp ergreift Morgan Partei für die Chinesen, die anschließend alle umgebracht werden. Wenig später wird Morgan verhaftet, weil er aus der Not heraus einen Überfall begeht. Er wird zu 12 Jahren Strafarbeit verdonnert, wird aber nach der Hälfte wegen guter Führung auf Bewährung entlassen. Doch damit fangen die Schwierigkeiten erst an. Morgan verdient sein Geld mit Überfällen auf Gutbetuchte, die er mit seinem Freund, dem Aborigines Billy ausnimmt. Trotz, dass er mit bedacht vorgeht und möglichst keine Gewalt anwendet, bilden sich bald Legenden um den grausamen Bushranger Morgan, der in den Wäldern haust und zur Gefahr von Frau und Mann wird. Eine gnadenlose Hetzjagd beginnt.
Regisseur Philippe Mora (DAS ENGELSGESICHT, 1982) geht mit MAD DOG auf die Erzählung von Margaret Carnegies Erzählung ein, die auf der historischen Figur des Bushrangers Daniel Morgan basiert. Dieser trieb Mitte des 19. Jahrhunderts in New South Wales und Victoria sein Unwesen. Genau in dieser Gegend fanden auch die Dreharbeiten statt, die einen in eine traumhaftschöne Naturkulisse Australiens entführen.
Moras Historien-Drama ist gleichzeitig Actionfilm und Australien-Western in einem. Themen wie Freundschaft, Kulturunterschiede, Rassismus und Vorurteile werden aufgegriffen und zu einem spannenden Film gestrickt.
Zum einen geht es um Freundschaft zu dem Aborigines Billy, der Morgan nach einer Schusswunde hilft und ihm beibringt, wie er in der Natur zu überleben hat, zum anderen um Rache an seinen Peinigern und dem ekelhaften Rassismus der Weißen, die die aufkommenden Evolutionstheorien Charles Darwins ablehnen. Das funktioniert sehr gut, vor allem wegen Dennis Hopper als Daniel Morgan, dem man einen schwarzen Rauschebart angeklebt hat. Aber man hält ihn ja auch für eine Mischung aus Mensch und Affen. Hopper spielt Morgan mit völliger Hingabe und hinterlässt einen angenehmen Zwiespalt aufgrund seines Verhaltens. Der Hass sei hier anderen gewidmet. Mit Aborigines David Gulpilil als Billy kommt direkt Verstärkung aus dem Urquell Australiens. Gemeinsam mit Morgan gehen sie auf die Jagd und helfen einander. Auf der anderen Seite steht die Regierung, die alle ablehnt, die nicht ihrer Hautfarbe entspricht oder anders von der Norm abweichen. Darstellerisch ist MAD DOG sehr stark und wurde entsprechend gut Ausgestattet, um ein authentisches Bild zu erzeugen, sieht man mal von Hoppers angeklebten Rauschebart ab.
Aber auch visuell schöpft Mora und sein Kameramann Mike Molloy aus dem Vollen. Urwälder, Felsmassive und Flüsse bestimmen das Bild und bauen eine wunderschöne Atmosphäre auf, die im starken Kontrast zu den schrecklichen Taten der Menschen steht. MAD DOG liefert nämlich einige grafische Gewaltspitzen, die sich vor allem in Folter und blutigen Einschüssen zeigen. Auch die (angedeutete) Vergewaltigung Morgans durch drei Männer verfehlt nicht die Wirkung.
MAD DOG besticht durch seine Story, Themenvielfalt, Darsteller und visuellen Reize und gehört zu den großen Ozploitation-Klassikern.
(Bjoern Candidus)