MEPHISTO-WALZER
(THE MEPHISTO WALTZ, USA, 1971, Regie: Paul Wendkos)
Der erfolglose Pianist Myles Clarkson arbeitet als Musikjournalist und ist hoch erfreut, als er erfährt, dass er den virtuosen Pianisten Duncan Ely interviewen darf. Als ihn Myles in seinem Haus aufsucht, ist der alte, schwerkranke Mann begeistert von den Händen des Journalisten. Bestens aufgestellt im Wissen über Okkultismus und Satanismus plant er ein Ritual, was das Leben beider Männer für immer verändern wird.
Mit ROSEMARY‘S BABY (1968) hat das Horrorkino die Moderne erreicht und ein bis heute beliebtes Thema bedient: Okkultismus und den Satan persönlich. Mit DER EXORZIST (1973) wurde das Thema schließlich auf die Spitze getrieben und bis heute durchexerziert. Dazwischen ist der MEPHISTO-WALZER erschienen, der auf einem Roman von Fred Mustard Stewart basiert, der im Jahr 1969 veröffentlicht wurde, also ein Jahr nach dem Erfolg von Polanskis Ira Levin Adaption.
Regie führte Paul Wendkos (DIE RACHE DER GLORREICHEN SIEBEN, 1969), der bereits während der in knalligen Farben getränkten Titel-Sequenz verrät, dass hier böse teuflische am Werk sein werden. Nach diesem feurigen Auftakt setzt sich die Inszenierung erst mal und präsentiert die noch heile Welt der Familie Clarkson. Alan Alda spielt den erfolglosen Pianisten Myles Clarkson. Alda war eine gute Wahl, Curd Jürgens als Duncan Ely eine noch bessere. Wie eine Spinne zieht der dekadente Pianist seine Fäden, um gemeinsam mit seiner Tochter Roxanne einen finsteren Plan durchzuführen. Roxanne wird von Barbara Parkins verkörpert, während Jaqueline Bisset in die Rolle von Paula Clarkson schlüpft, der man kurzzeitig Bradford Dillman als Bill, den Ex-Mann von Roxanne, an die Seite stellt. Trotz der guten Darsteller kommt es zu Schwächen in den Charakterzeichnungen, was wohl in erster Linie auf das Drehbuch zurückzuführen ist. Insgesamt mangelt es MEPHISTO-WALZER an Spannung, da schnell klar wird, wo der Hase lang läuft. Zudem wird die Atmosphäre zu lange heruntergeschraubt, und die Sets, in der Regel Wohnungen, sind ziemlich trist. Ein bisschen Aufwertung kommt mit dem Score von Jerry Goldsmith, der zumindest zeitweise auf akustischer Ebene die Spannung erhöht.
Trotz der interessanten Prämisse, besitzt MEPHISTO-WALZER nur wenig Schauwerte. Hin und wieder kommt es zu ein paar Horror-Momenten, aber insgesamt bleibt nur wenig hängen, was vermutlich mit ein Grund ist, warum der Film heutzutage nur noch wenig bekannt ist. Ein Okkult-Horrorfilm auf Sparflamme.
(Bjoern Candidus)