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Amsterdamned, 1988 – ★★★

VERFLUCHTES AMSTERDAM
(AMSTERDAMNED, Niederlande, 1988, Regie: Dick Maas)

In Amsterdam treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es auf Frauen abgesehen hat, die sich des nächtens entlang der Grachten bewegen. Der Polizist Eric Visser ermittelt in dem Fall, doch statt den Mörder zu finden, findet der Mörder bereits sein nächstes Opfer. Der Druck auf Visser wächst, und dann findet er eine Spur, die zu einem renommierten Tauchverein führt.

Der niederländische Regisseur Dick Maas hat mit VERFLUCHTES AMSTERDAM eine Mischung aus Grachten-Slasher und Käse-Giallo gezimmert, der auch in Deutschland recht erfolgreich im Kino lief, woran ich mich noch erinnern kann, auch wenn meine Erstsichtung erst ein paar Jahre später auf VHS folgte. 

Während die Credits laufen, verrät einem Maas bereits, wohin er möchte: in die Welt des Slasher-Kinos, was 1988 schon fast ertrunken war. Ein Taucher schwimmt durch die Grachten, jenen Wasserstraßen, die Amsterdam berühmt gemacht haben. Den Taucher selbst sieht man nicht, sondern man schaut aus seiner Egoperspektive. Statt des Atmens eines Michael Myers hört man hier das Geräusch einer Sauerstoffflasche. In diesen ersten Minuten kann Maas bereits eine dichte Atmosphäre aufbauen, zu der er glücklicherweise immer wieder zurückkehrt, wenn auch nie lange. 

Das Rotlichtviertel, die vielen kleinen Brücken und Gassen von Amsterdam sind prädestiniert für einen Serienmörder-Film, und Maas nutzt den Schauplatz sehr gut. Es gibt ein paar ordentlich inszenierte Verfolgungsjagden an Land und mit Motorbooten auf den Grachten, die einem auch immer eine schöne Ansicht auf Amsterdam erlauben. Auch der Killer bekommt immer wieder ein paar gelungene Auftritte in der ersten Hälfte, wenn er sich seine Opfer holt, doch die verlieren sich im weiteren Verlauf des Films. Leider versucht sich Maas auch immer wieder an humorvollen Szenen, die leider überhaupt nicht funktionieren und den Ton des Films etwas verderben. Der Ausgleich kommt dann mit einer dezenten Prise Gore und ein paar Horrorfilm-Momenten.  

Mit Huub Stapel als Polizist Eric Visser hat man einen soliden Hauptdarsteller an Bord, der ein bisschen Italo-Vibes mit reinbringt. Überhaupt musste ich hier immer wieder an Spät-80er-Jahre Thriller und Horrorfilme aus Italien denken, auch was den Score angeht, der ebenfalls von Maas stammt. Insgesamt sind die Darsteller in Ordnung, die natürlich entsprechende Klischeefiguren bekleiden, die VERFLUCHTES AMSTERDAM leider nicht von einem 08/15-Serienmörder-Thriller abheben. Alles, was man hier zu sehen bekommt, hatte man 1988 bereits hundertfach in besser und schlechter gesehen, nur, dass Maas Amsterdam als permanenten Schauwert an Bord hat. Außerdem ist ein Taucher als Killer immer noch ein relativ unverbrauchtes Motiv im Thriller-Kino. 

Unter dem Strich ist VERFLUCHTES AMSTERDAM ein solider Serienmörder-Thriller, der neben einer schönen Stadtkulisse und ein paar gelungen Action-Szenen nicht viel zu bieten hat, schon gar keine überzeugende Auflösung.

(Bjoern Candidus)

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