KROKODILE
(CHORAKE, Thailand, 1979, Regie: Sompote Sands)
Die Rache von Mutter Natur geht immer, besonders dann, wenn sie sich im Tierhorrorkino zeigt. Die thailändische Produktion (es existieren auch alternative ausländische Fassungen) greift, wie der Titel bereits erwähnt, auf ein Krokodil zurück, was in seiner Darstellung breites an den ein Jahr später erschienen DER HORROR-ALLIGATOR (1980) erinnert, zumindest der Kopf, denn viel mehr bekommt man von dem Modell nicht zu sehen. Mehr Ansichten bekommt man, wenn man ein echtes Krokodil zeigt, was sich durch eine kleine Miniaturlandschaft bewegt, um groß zu wirken. Ebenfalls aus dem Jahr 1979 stammt DER FLUSS DER MÖRDERKROKODILE, der zumindest vom Setting näher an KROKODILE ist. Doch alle drei Filme sind unterschiedlich aufgebaut, und Sompote Sands Kroko-Horror schneidet dabei eher schlecht als recht ab.
Der Film startet mit einem Off-Kommentar über die Rache der Natur an dem Menschen, der sie zunehmend immer mehr zerstört. Man wird Zeuge eines Tsunamis, der eine ganze Insel platt macht. Holzhütten stürzen zusammen und werden von den Fluten weggerissen, Palmen fliegen weg und eine Gruppe Krokodile gerät in Panik. Nach einigen Impressionen von Naturkatastrophen geht es zu einem Ferienparadies direkt am Meer, wo zwei Ehepaare Urlaub machen. Als die beiden Ehefrauen beim baden verschwinden und eine ihrer Leichen mit Bisswunden angespült wird, ist für die hiesige Polizei die Sache klar: es war ein Hai. Doch die beiden Männer glauben nicht an einen Hai, denn die Bisswunden deuten vielmehr auf ein Krokodil hin. Doch da Krokodile für gewöhnlich nicht in Meeren schwimmen, schenkt der Vermutung keiner Glauben, bis es zu einem weiteren Angriff kommt.
KROKODILE ist wahrlich kein guter Film. Die Krokodil-Angriffe sind ziemlich billig inszeniert, und in den seltensten Fällen sieht man das Krokodil und sein Opfer gleichzeitig. Vielmehr sieht man schreiende Menschen oder das Auge eines echten Krokodils, was auf und zugeht. Selbst mit Blut spart man in diesen Momenten, aber dafür bekommt man eine üble Tiersnuff-Szene zu sehen, in der ein Krokodil mit einem Messer erstochen wird.
Die Darsteller sind ebenfalls nicht der Rede wert, passen aber zum unausgegoren Rest, der hier aufgefahren wird und eine stümperhafte Kopie von DER WEISSE HAI (1975) darstellt. Ab der Hälfte stößt ein Krokodiljäger hinzu, mit dem es auf die Jagd geht. Spannend wird KROKODILE dann allerdings immer noch nicht.
KROKODILE ist ein billig heruntergekurbelter Film, der mich aber auf seine dilettantisch Art immerhin unterhalten konnte. Und somit sei Sompote Sands Film, wenn überhaupt, nur Kroko-Horror-Allessehern empfohlen.
(Bjoern Candidus)