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Dark Places, 1973 – ★★★★

DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN
(DARK PLACES, GB, 1973, Regie: Don Sharp)

Edward Foster erbt das Landhaus von Andrew Marr, den er in einer Anstalt als Patient kennengelernt hat. Als Foster das Haus aufsucht, wird er schnell mit dem Aberglauben der Nachbarschaft konfrontiert. Auf dem Anwesen sollen die spurlos verschwundenen Kinder von Andrew Marr ihr Unwesen treiben. Doch das Gerede hält ihn nicht davon ab, das Haus zu beziehen, schließlich sollen sich dort auch 210.00 Pfund hinter einer Wand befinden. Als Foster ein Gemälde entdeckt, was Andrew Marr zeigt, ist er erschreckt, weil er ihm verblüffend ähnlich sieht. Seine psychische Verfassung verschlechtert sich zusehends und das Haus nimmt immer mehr Einfluss auf Edward Foster. 

Mit DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN hat Regisseur Don Sharp den Psycho- mit dem Erbschafts-Thriller kombiniert und mit Horror-Elementen gewürzt, die die britische Herkunft jederzeit verraten. Aber auch die finsteren Fantasien eines Edgar Allan Poe sind hier durchaus zu entdecken. 

Die Atmosphäre steht von Beginn an auf Grusel und wird von der Psychiatrie direkt auf das Anwesen von Andrew Marr übertragen, was Edward Foster geerbt hat und hinter dessen Wänden irgendwo 210.000 Pfund lagern sollen. Der Herbst liegt über den Bildern, und das alte, mittlerweile in Mitleidenschaft gezogene Landhaus der Marrs entfaltet, innen wie außen, eine unheimliche Atmosphäre. Hier spielt auch der Geisterfilm mit rein, wenn Foster vom Taxifahrer aufgeklärt wird, dass die Menschen in der Umgebung Angst vor dem Haus haben, da es in ihm angeblich spuken würde. Im Inneren hat man sich richtig Mühe gegeben, um das Haus zu verwahrlosen. Verwüstung, Staub und Spinnweben bestimmen das Bild. Dass es hier mitnichten übersinnlich zugeht, wird schnell klar, denn die Charaktere entblößen dem Zuschauer rasch ihre Abgründe. Edward bereut seine Faszination für das Haus relativ schnell, denn der dreht nach Einzug in das finstere Gemäuer alsbald durch, während die hinterhältigen Machenschaften von Dr. Ian Mandeville und seiner Frau Sarah schnell klar werden, als sie von dem versteckten Geld erfahren. Auch Marrs Anwalt Prescott weiß davon und möchte es in seinem Besitz wissen. 

Die Stärke von DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN liegt vor allem in der Erzählstruktur. Sharp springt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und lässt Robert Hardy in einer Doppelrolle auftauchen, in der er einmal den jüngeren Andrew Marr und einmal Edward Foster verkörpert. Auf diesem Weg erfährt Foster, was wirklich mit Andrew Marr, seiner Frau, seinen beiden Kindern und seiner Geliebten passiert ist. Hardy verkörpert beide Rollen sehr gut und seinen psychischen Verfall als Foster sieht man ihm glaubhaft an. Neben ihm ist Herbert Lom in der Rolle als Anwalt Prescott zu sehen, während Christopher Lee als Dr. Ian Mandeville ins Bild rückt. Und Jean Collins darf als Sarah Mandeville mal wieder ein Miststück spielen. 

DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN ist ein spannend inszenierter Psycho-Thriller, der sich bis zum gelungenen Finale auf den Beinen halten kann. Freunde des britischen Horrorkinos der 70er-Jahre dürften hier auf jeden Fall ihre Freude finden.  

(Bjoern Candidus)

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