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Cabin Fever, 2002 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

CABIN FEVER
(USA, 2002, Regie: Eli Roth) 

Eine Gruppe junger Leute will ihren Studienabschluss feiern und hat sich dafür über das Wochenende in einer abgelegenen Waldhütte einquartiert. Zunächst scheint alles nach Plan zu verlaufen, doch plötzlich taucht ein Mann auf, der offensichtlich von einer schweren Krankheit gezeichnet ist. Der Verdacht bestätigt sich schnell: Die Freunde bekommen es mit einem fleischfressenden Virus zu tun, das die Gruppe nach und nach dezimiert.

Eli Roths Regiedebüt CABIN FEVER mag nicht die größte Innovation sein, und viele Versatzstücke dürften die meisten Horrorfans schnell zuordnen können, doch Anfang des 21. Jahrhunderts erschien das Horror-Genre etwas ausgelaugt und da kam dieser garstige Virus-Schocker gerade gelegen. 

Eine Handvoll junger Leute, die das Wochenende in einer Waldhütte verbringen, Lagerfeuer, Herbststimmung und die Isolation des Waldes ist nichts, was wir nicht schon häufig im Genre gesehen hätten. Hinzu kommen ein kleiner Shop mit den obligatorischen Hinterwäldler-Redneck-Typen und deren sonderbarem Sohn, der gerne mal andere Leute anfällt und sie beißt. Anfangs wird das Ganze noch von einem ätzenden Humor begleitet, der im weiteren Verlauf glücklicherweise abgestellt wird.

Auch die Jugendlichen selbst sind nicht unbedingt Sympathieträger. Das liegt allerdings weniger an den Darstellern, die ihre Sache soweit gut machen, sondern vielmehr an den Figuren selbst. Mehr Spaß bringt Deputy Winston (Giuseppe Andrews), der einiges an Charisma mitbringt. Er sieht zwar aus wie ein Deputy, verhält sich aber nicht unbedingt so, wie man es von einem Gesetzeshüter erwarten würde und gehört damit zu den skurrileren Figuren des Films.

Schnell schlägt die Partystimmung um. Die Jugendlichen treffen auf einen offensichtlich schwer erkrankten Mann und müssen schließlich feststellen, dass nicht ein Mörder oder irgendein anderes Monster die eigentliche Bedrohung darstellt, sondern ein fleischfressender Virus. Und genau das macht CABIN FEVER interessant, denn der Virus verwandelt seine Opfer nicht in Zombies, rasende Bestien oder andere Kreaturen. Der Infizierte bleibt das Opfer und wird nicht plötzlich zum Täter. Eine Gefahr für die anderen stellt er lediglich durch die mögliche Ansteckung dar. Das ist gerade im Horrorkino eher ungewöhnlich. Wenn dort ein Virus oder eine Infektion auftaucht, wird der Erkrankte häufig selbst zur unmittelbaren Bedrohung. In CABIN FEVER ist dagegen tatsächlich die Krankheit das Monster, und das frisst seinen Wirt.

Besonders gut funktioniert dabei das Setting. Der herbstliche Wald und die abgelegene Hütte sorgen für eine sehr stimmige Atmosphäre und verstärken das Gefühl der Isolation. Das Ganze ist zudem wirklich schön fotografiert. Gerade das Licht und die herbstlichen Bilder verleihen dem Film eine dichte Atmosphäre, die einen schönen Kontrast zu den zunehmend unangenehmen Ereignissen bildet.

In Sachen Gore zeigt Eli Roth bereits in seinem Regiedebüt, in welche Richtung er tendiert. Die Auswirkungen des Virus werden teilweise ausgesprochen unangenehm präsentiert. Menschen werden vom Virus regelrecht aufgefressen, eine Frau wird von einem Hund zerfleischt, hinzu kommen eine verfaulte Wasserleiche und eine äußerst blutige Beinrasur. Damit war CABIN FEVER Anfang der 2000er-Jahre auch auf der Höhe seiner Zeit, bzw. nahm bereits einiges von dem vorweg, was das Horrorkino in den folgenden Jahren noch beschäftigen sollte. Mit Filmen wie SAW (2004) und Roths eigenem HOSTEL (2005) wurde es wenig später noch einmal deutlich härter.

Eli Roth macht keinen Hehl daraus, welche Filme ihn geprägt haben. Die Einflüsse und Verweise liegen teilweise regelrecht auf der Hand. NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968), CRAZIES (1973), TEXAS CHAINSAW MASSACRE (197), TANZ DER TEUFEL (1981) und VOR MORGENGRAUEN (1981) lassen sich wiedererkennen. 

Auch musikalisch kann CABIN FEVER einiges bieten. Der eigentliche Score stammt von Nathan Barr und trägt viel zur spannenden und bedrohlichen Atmosphäre bei. Ergänzt wird die Musik durch Stücke von Angelo Badalamenti, die deutlich skurriler daherkommen und stellenweise sogar TWIN PEAKS-Vibes aufkommen lassen.

CABIN FEVER ist ein ordentliches Horrorfilm-Debüt, was trotz zahlreicher Verweise und bekannter Zutaten noch immer angenehm frisch wirkt. 

(Bjoern Candidus)

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