CABIN FEVER 2: SPRING FEVER
(USA, 2009, Regie: Ti West)
Der fleischfressende Virus breitet sich weiter aus und erreicht eine High School, in der gerade die Vorbereitungen für den Abschlussball auf Hochtouren laufen. Auch hier findet der Virus seinen Weg über das Trinkwasser und sucht sich zahlreiche Opfer.
CABIN FEVER 2: SPRING FEVER, der diesmal unter der Regie von Ti West (THE HOUSE OF THE DEVIL, 2009) entstanden ist, schließt praktisch nahtlos an seinen Vorgänger an, und auch Deputy Winston (Giuseppe Andrews) ist direkt zu Beginn wieder mit dabei, was der erste Pluspunkt ist. Nachdem der letzte Überlebende des ersten Films von einem Schulbus überfahren wird, verlagert sich die Handlung schließlich an eine Highschool.
Die Figuren sind diesmal etwas sympathischer als noch im ersten Teil, gleichzeitig aber auch wesentlich stärker überzeichnet. Das gilt eigentlich für den gesamten Film. CABIN FEVER 2: SPRING FEVER versteht sich deutlich mehr als Horror-Komödie und ist teilweise ziemlich geschmacklos und ausgesprochen infantil. Auch wenn das Ergebnis nicht den ursprünglichen Vorstellungen von Ti West entsprach und einiges verändert wurde, bzw. Nachdrehs stattgefunden haben, zieht der fertige Film seine Richtung zumindest konsequent durch. CABIN FEVER 2: SPRING FEVER setzt auf derben Humor, Gewalt und vor allem Ekel. Sperma wird ausgespuckt, aus einem Penis wird Eiter gedrückt, es gibt eine Fehlgeburt in einem Pool, ein Kopf wird mit einem Feuerlöscher zermatscht und auch eine Kreissäge darf zum Einsatz kommen. CABIN FEVER 2: SPRING FEVER fährt in dieser Hinsicht wirklich einiges auf und scheint ständig nach einer neuen Möglichkeit zu suchen, dem Zuschauer den Magen umzudrehen. Bei mir hat es fast funktioniert, aber ich war auch gerade am essen.
Allerdings ist das Ganze dermaßen übertrieben, dass man den Film ohnehin kaum ernst nehmen kann. Gerade dadurch funktioniert sein infantiler Humor aber erstaunlich gut. Langweilig wird es jedenfalls selten, denn der Film startet immer wieder durch und serviert die nächste Geschmacklosigkeit. Unangenehm ist das Ergebnis damit durchaus, allerdings auf eine völlig andere Art als bei CABIN FEVER (2002).
Auch die Verweise auf andere Horrorfilme liegen wieder auf der Hand. Mit dem Highschool- und Abschlussball-Setting werden Erinnerungen an Filme wie CARRIE (1976) oder PROM NIGHT (1980) geweckt. Überhaupt erinnert das Szenario an Highschool-Horrorfilme, die gerade in den 1970- und 1980er-Jahren besonders beliebt waren und wohin Regisseur Ti West offensichtlich gerne hin zurückkehrt, schaut man auf seine Filmographie.
Handwerklich kann sich CABIN FEVER 2: SPRING FEVER ebenfalls sehen lassen. Er ist gut fotografiert und teilweise sehr atmosphärisch ausgeleuchtet, erreicht allerdings nicht die intensive Wirkung des ersten Teils. Während CABIN FEVER trotz einiger skurriler Momente noch wesentlich stärker als ernsthafter Virus-Horrorfilm funktioniert, verhält sich die Fortsetzung von Anfang an wie eine überdrehte Splatter-Komödie.
Sehr schön ist auch die Comicsequenz zu Beginn. Sie schlägt eine direkte Brücke zwischen beiden Filmen und zeigt auf humorvolle Weise, welchen Weg der Virus, beziehungsweise das verseuchte Wasser seit dem Ende des ersten Teils genommen hat. Stilistisch erinnert die Sequenz ein wenig an Serien wie DIE SIMPSONS oder SOUTH PARK und ist eine nette Idee, die beiden Filme miteinander zu verbinden.
In CABIN FEVER 2: SPRING FEVER ist alles lauter, überzeichneter und vor allem ekelhafter. Wer mit derben Splatter-Komödien etwas anfangen kann, ist hier genau richtig.
(Bjoern Candidus)
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