
ED GEIN: THE WISCONSIN SERIAL KILLER
(IN THE LIGHT OF THE MOON, USA, 2000, Regie: Chuck Parello)
Ed Gein gehört zu den populärsten Serienmördern der USA, und in unregelmäßigen Abständen taucht seine Person oder gewisse Strukturen und Charakterzüge seit Hitchcocks PSYCHO (1960) immer wieder in Filmen auf. Am eindringlichsten finde ich DERANGED (1973), der sich relativ dicht am Fall „Gein“ hält.
Auch Chuck Parellos ED GEIN versucht sich möglichst authentisch an dem Geschehen in Plainfield zu orientieren. Steve Railsback verkörpert Gein, den man bei seinem Alltag auf seiner Farm beobachten kann. Immer wieder wird die Gegenwart von Erinnerungen aus Geins Kindheit unterbrochen, die einem die streng religiöse Mutter im Umgang mit ihrem Sohn präsentieren. Wie in DERANGEND bekommen auch die Bewohner von Plainfield viel Raum in der Handlung. Sie nehmen Gein nicht ganz für voll, dennoch respektieren sie ihn und seine sonderbare, etwas zurückgebliebene Art, bis es zu einer folgenschweren Entdeckung kommt.
Visuell kann sich ED GEIN durchaus sehen lassen. Er versprüht zwar nie den morbiden Charme eines DERANGED oder TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974), aber für eine 2000er-Produktion wird man hier angenehm bedient. In Sachen Gewalt und Effekten sollte man nicht zu viel erwarten, kleinere Spitzen sind dennoch vorhanden. Das Highlight stellt auf jeden Fall Geins Moondance dar, in dem er mit fremden Brüsten und Gesichtshaut vor seiner Farm im Mondlicht tanzt und dabei trommelt. Steve Railsback macht seine Sache als Ed Gein durchweg gut, und auch die restliche Besetzung hinterlässt einen solide Eindruck.
Insgesamt bietet die Inszenierung kaum Überraschungen, dennoch gibt es ein paar spannende Momente. Das Hauptproblem von ED GEIN ist seine etwas oberflächliche Art, die einem nur wenig Ansätze für eine Erklärung für Ed Geins Psyche liefern. Aber das muss dieser Film auch nicht.
(Bjoern Candidus)