
DER GEISTERJÄGER
(FROG DREAMING, Australien, 1987, Regie: Brian Tenchard-Smith)
Der 14-jährige Cody und seine zwei Freundinnen entdecken einen See, in dem träumende Frösche und ein Wesen namens Donkegin leben sollen. So besagt es zumindest eine Aborigines-Legende. Und als sich wirklich etwas aus dem See erhebt und ebenso schnell wieder verschwindet, stellt Cody Nachforschungen an, um das Geheimnis des Sees zu ergründen.
Unter den vielen 80er-Jahre-Produktion, in den Kinder und Jugendliche spannende Abenteuer erleben, wie sich in Filmen wie E.T. (1982) oder DIE GOONIES (1985) zeigt, gehört DER GEISTERJÄGER zu einem der unbekannteren Vertretern. Das liegt mitunter vielleicht daran, dass Brian Tenchard-Smith wohl mehr daran gelegen war, eine mysteriöse Geschichte zu erzählen, die mehr Fragen aufwirft,
statt Antworten geschweige denn Schauwerte zu liefern, die ein junges Publikum ansprechen. Mit Thomas Henry aus E.T. hat man zwar einen erfahrenen Jungdarsteller an Bord, der sich seine Zeit mit zwei Mädchen vertreibt, aber der wirkt sonderbar reserviert, was daran liegen könnte, dass ein Umfeld aus höchst ausladen Männern besteht, die für die Seelen von Kindern nur wenig übrig haben. Der mysteriöse See, in dem angeblich träumende Frösche mit dem Wesen Donkegin leben, wie es die Aborigines sagen, gerät dabei fast ins Nebensächliche oder wird umgekehrt immer mehr zerredet, bis er seine Faszination vollends verliert.
Das klare Highlight von DER GEISTERJÄGER ist die wunderschöne Natur Australiens, die neben schönen Tieraufnahmen von Vögeln, Echsen und Fröschen hervorragend eingefangen wurde. Egal, was im Vordergrund passiert, die Hintergrundkulisse ist eine Augenweide. Doch die schönen Bilder und der passende Score von Brian May können die verworrene Geschichte, die zunehmend an Spannung verliert, nur wenig ausgleichen.
(Bjoern Candidus)