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The Boy Who Cried Werewolf, 1973 – ★★★½

EIN JUNGE SCHRIE WERWOLF
(THE BOY WHO CRIED WEREWOLF, USA, 1973, Regie: Nathan Juran)

Ein Vater ist mit seinem Sohn auf Wanderschaft im Wald. Plötzlich werden sie von einem Werwolf überrascht, der den Vater attackiert, bevor der ihn in die ewigen Jagdgründe schicken kann. Durch die Verletzung, die der Werwolf dem Vater zugefügt hat, ist nun der Fluch auf diesen übergetreten und fordert neue Opfer. Während der Sheriff im Dunkeln tappt, weiß Richie genau, was los ist, und er sucht nach einer Möglichkeit, seinem Vater zu helfen. 

Mit EIN JUNGE SCHRIE WERWOLF hat Nathan Juran (SINDBADS SIEBENTE REISE, 1958) einen kleinen, eigenwilligen Beitrag zum Werwolf-Genre geliefert, der vor allem durch seine Figurenkonstellation und seinen 70er-Charme punktet. 

Der Werwolf, der optisch stark an den aus I WAS A TEENAGE WEREWOLF (1957) erinnert, lässt nicht lange aus sich warten. Bereits ab der ersten Minute zeigt er sich, wie er durchs Geäst eines großen Waldgebietes huscht und ein Auto beobachtet, was eine Landstraße entlangfährt. Stilistisch erinnert diese Szene etwas an die spanischen Werwolffilme mit Paul Naschy. Und wie bei I WAS A TEENAGE WEREWOLF bleiben auch in diesem Film die Werwölfe bekleidet. Aber es ist nicht nur das Design, was hier abweicht, sondern auch die Figurenkonstellation, die den Film in Richtung Familien-Drama lenkt. Wenn der erste Werwolf zu Beginn getötet wird, nachdem er den Vater des Jungen verletzt hat, entwickelt sich eine spannende Geschichte, in der der kleine Richie einerseits seinem Vater helfen will und andererseits sein Umfeld vor ihm warnt. Dass dem Jungen keiner glauben will, dürfte klar sein. Mehr Glauben an die Bestie bringt eine Hippie-Kommune mit ins Geschehen, die ihr Jesuskreuz an einem See aufgestellt hat. Neben diesen sonderbaren, fast lächerlichen Figuren kredenzt man dann noch einen höchst unsympathischen Sheriff, der in allen Ecken seine Garstigkeit zum Ausdruck bringt. 

Auch die Atmosphäre von EIN JUNGE SCHRIE WERWOLF ist sehr schön. Gedreht wurde in Kalifornien, und die sommerliche Waldkulisse ist wirklich eine Augenweide. Weniger überzeugend sind die Day for Night-Aufnahmen mit sichtbarem Tageslicht im Hintergrund, in denen nicht mal ein Blaufilter zum Einsatz kam. Dennoch hat Juran ein paar dichte Momente geschaffen, die auch im Zusammenspiel mit dem Score von Ted Stovall gut funktionieren. 

Trotz schmalem Budget ist EIN JUNGE SCHRIE WERWOLF handwerklich solide inszeniert und kurzweilig erzählt. Gerade durch die Familiengeschichte bekommt der Film eine gewisse Tiefe, die man bei Werwolf-Horrorfilmen oft vermisst. Von einem ernsthaften Drama ist der Film allerdings weit entfernt, dafür gibt es zu viele krude Momente, die wiederum eine eigene Note mit reinbringen.  

(Bjoern Candidus)

←Thunder 3, 1988 – ★★

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