DER COP
(COP, USA, 1988, Regie: James B. Harris)
Eine Reihe von Frauenmorden erschüttert L.A., was den hartgesottenen Cop Lloyd Hopkins auf den Plan ruft. Noch fehlt jede Spur, aber als der Täter ein mit Blut geschriebenes Gedicht am Tatort zurücklässt, findet Hopkins einen Anhaltspunkt.
Regisseur James B. Harris hat hier einen ordentlichen Serienmörder-Krimi inszeniert (und zusammen mit James Woods produziert), der sich vor allem Zeit nimmt für seine Figuren. Woods, der als Sgt. Lloyd Hopkins einen Frauenmörder jagt, passt perfekt in die Rolle des Cops mit übersteigertem Ego, der durchaus Arschlochzüge an den Tag legt und sich immer mehr im Selbstjustiz-Modus verliert. An seiner Seite, nicht minder passend: Charles Durning. Ein gutes Cop-Duo, bei dem Durning als Sgt. Dutch Peltz versucht, Hopkins zu zügeln.
Interessant ist das Thema des Feminismus, was hier nebenbei aufgemacht wird, was für einen US-80er-Thriller eher ungewöhnlich ist, aber dementsprechend auch nur oberflächlich aufgegriffen wird. Mehr Einblicke wird vermutlich die Romanvorlage von James Ellroy liefern. Nichtsdestotrotz ist dieses Thema, im Rahmen von solch einem Film, lobenswert. Schön ist auch, dass man weitestgehend auf Action verzichtet. Es gibt ein paar harte Szenen, aber auf Verfolgungsjagden, Explosionen oder anderem Tamtam wird verzichtet. Dafür krankt es etwas an Atmosphäre und manchmal lässt DER COP etwas die Spannung vermissen und enttäuscht am Ende sogar. Sehr gelungen ist der Score von Michael Colombier, der manchmal ein wenig an ANGEL HEART (1987) erinnert.
Auch wenn DER COP das Rad nicht neu erfindet und kaum Überraschungen bietet, hat Harris einen soliden Krimi-Thriller mit guter Besetzung abgeliefert.
(Bjoern Candidus)