THE BEING
(USA, 1983, Regie: Jackie Kong)
Pottsville, eine beschauliches Nest in Idaho, hat ein Problem: Bürger verschwinden spurlos, und zurück bleibt Blut und Schleim. Hat die Atommülldeponie in der Nähe etwas damit zu tun? Schleicht gar ein Killer durch Pottsville? Diesen Fragen gehen Garson Jones vom Seuchenschutz und Detective Mortimer Lutz nach und stoßen auf etwas Furchterregendes.
Regisseurin Jackie Kong (BLOOD DINER, 1987) serviert mit THE BEING einen düsteren Monsterfilm, der zwar im Grunde nach Schema F abläuft, aber dennoch unterhält und gut aussieht.
Mal wieder bekommt man eine Kleinstadt präsentiert, hier beschrieben von einem Off-Sprecher. Was im Tierhorrorfilm und im Slasher funktioniert, wird auch hier benutzt: ein Fest. THE BEING greift das im Horrorkino höchst seltene Osterfest auf, was allerdings keinen großen Rahmen findet, sieht man von der Eiersuche ab. Dennoch wurde der Film bereits 1980 unter dem Titel EASTER SUNDAY gedreht, feierte dann aber 1981 als BEAUTY AND THE BEAST Premiere, bevor er 1983 als THE BEING offiziell in die US-Kinos kam.
In Pottsville, was sich als die größte Kartoffelstadt des Landes bezeichnet, erwarten einen einige verschrobene Figuren, und auch die Hauptfigur Detective Lutz, dargestellt von Bill Osco, hinterlässt einen höchst sonderbaren Eindruck für einen Mann des Gesetzes. José Ferrer hat als Bürgermeister nur seine Kartoffeln und das Ansehen von Pottsville im Kopf, während Martin Landau perfekt in die Rolle des Fachmanns für Seuchen und Radioaktivität passt. Diese und viele weitere Figuren treffen hier aufeinander und sorgen größtenteils für gute Unterhaltung. Hin und wieder ist es aber auch zu viel Gelaber, was THE BEING manchmal etwas ausbremst.
Kong lässt sich auch Zeit, das Monster in Gänze zu zeigen, was eigentlich erst im Finale der Fall ist (kennt man das Filmplakat nicht). Man bekommt lange Zeit immer nur Klauen oder andere Fragmente des Wesens zu sehen, was durchaus wirksam ist. Während der radioaktive Hintergrund des Monsters dem Themenbereich des 50er-Jahre-Kinos bedient, ist es optisch an ALIEN (1979) und seine zahlreichen Epigonen angelehnt und bringt trotzdem einen eigenen Charakter mit. Kong geizt auch nicht mit blutigen Szenen, die allerdings sehr schnell inszeniert wurden. Zudem ist die Inszenierung insgesamt sehr düster, was aber zur Atmosphäre beiträgt.
THE BEING erfindet das Rad nicht neu, liefert die üblichen Zutaten eines Monster-Horrorfilms in einer Kleinstadt, inklusive beiläufiger Öko-Botschaft, aber macht dabei insgesamt einen wertigen B-Film-Eindruck.
(Bjoern Candidus)