THE CARPENTER
(Kanada, 1988, Regie: David Wellington)
Gegen innovative Ideen ist natürlich nichts einzuwenden, und grade im Horrorkino sollen die Grenzen des Möglichen fallen. Aber manche Ideen sind dann doch etwas zu absurd und werden geradezu lächerlich, wenn es dann noch an ihrer Umsetzung scheitert. Über THE CARPENTER etwas zu schreiben, ohne zu spoilern, ist schwer, deshalb führt kein Weg drumherum.
Regie führte der Kanadier David Wellington, der hier den damals äußerst schwierigen Wings Hauser als Ed, den Zimmermann-Geist, besetzt hat, der das Haus fertig bekommen möchte, was er zu Lebzeiten nicht mehr geschafft hat. Da er die Leute umgebracht hat, die ihn über den Tisch gezogen haben, wurde er nämlich vorher auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Als die psychisch kranke Alice Jarett mit ihrem Ehemann Martin das unfertige Haus beziehen, wird der Zimmermann im Jenseits geweckt, um des nachts das Haus fertig zu stellen und sich nebenbei in Alice zu verlieben, die ihn bei seiner nächtlichen Arbeit ertappt. Auch Alice ist ganz angetan, denn zwischen ihr und ihrem Ehemann läuft es schon länger schlecht, außerdem ahnt die Gute nicht, dass Ed ein Geist ist. Es stört sie allerdings auch nicht sonderlich, dass Ed plötzlich unliebsame Menschen auf äußerst brutale Art und Weise umbringt, während sie daneben steht. Aber er will sie ja auch nur vor diesen Leuten schützen. Und so entsteht eine sonderbare Liebesgeschichte, die gerade durch Wings Hauser zu einem grotesken Theater avanciert, was ich so selten gesehen habe. Es ist nicht nur die schräge Story, die hier ein Kopfschütteln hinterlässt, sondern auch die Darsteller. Gerade bei den sehr blutigen Kills, die heimwerkergerecht z.B. mit Bohrmaschine, Nagelpistole oder Schraubzwinge ausgeführt werden, zeigt sich immer wieder das schlechte Agieren der Nebenfiguren. Aber es ist auch Hauser, der weder Fisch noch Fleisch ist.
THE CARPENTER ist ein abstruser Geister-Horrorfilm mit einer bekloppten Story, fürchterlichen Figuren und einem nervigen Score. Da helfen auch keine Gore-Effekte.
(Bjoern Candidus)