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The Forbidden Photos of a Lady Above Suspicion, 1970 – ★★★★½

FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT
(LE FOTO PROIBITE DI UNA SIGNORA PER BENE, Italien, Spanien, 1970, Regie: Luciano Ercoli)

Die psychisch etwas angeschlagene Minou wird von einem Fremden erpresst, der Tonbandaufnahmen besitzt, die beweisen sollen, dass ihr Mann Peter ein Mörder ist. Als er sie zum Sex zwingt, macht er Fotos von ihr, um noch mehr Material für seine Erpressungen zu haben. Minou vertraut sich ihrem Mann und ihrer besten Freundin Dominique an, doch die zweifeln an den Aussagen. Peter schaltet die Polizei ein und begibt sich mit einem Kommissar in die Wohnung, in der angeblich der Erpresser wohnen soll. Doch die Wohnung ist leer und scheint seit Monaten nicht mehr bewohnt worden zu sein. Als der Erpresser erfährt, dass die Polizei eingeschaltet wurde, eskaliert die Situation und Minou muss um ihr Leben fürchten.

Was für ein schöner Giallo! Luciano Ercoli (KILLER COP, 1975) löst sich mit seinem ersten Giallo von dem gängigen Muster und verzichtet auf das herkömmliche Whodunit-Prinzip, auf die Darstellung eines Killers mit Hut und Mantel und liefert bereits sehr früh einen Antagonisten, der allerdings niemanden tötet. Dennoch sollte man sich hier nie sicher sein. Wer aber blutige Kills aus der Hand eines geheimnisvollen Killers erwartet, wird enttäuscht. Doch für Trost sorgt Simón Andreu als Erpresser. Andreu fährt hier zur Hochform auf und präsentiert sich sadistisch und skrupellos, was ihm verdammt gut zu Gesicht steht. Wer braucht schon einen Killer, wenn er Simón Andreu als Erpresser bekommt, dessen Wohnung mit surrealen Kunstobjekten ausgestattet wurde? 

FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT ist ein Film voller Schönheit, und die zeichnet sich vor allem auch durch die beiden Grazien Dagmar Lassander als Minou und Nieves Navarro als Dominique aus. Beide sind nicht nur wunderschön, sie spielen auch gut und passen perfekt zum gesamten Anstrich. Die Fotografie von Alejandro Ulloa ist sehr stark und die tolle Ausleuchtung, oft in vielen knalligen Farben, sorgt für eine geheimnisvolle Atmosphäre, die immer wieder an die Filme von Mario Bava erinnern. Zu dem Zauber, der durch die Sets, den Farben und den schönen Damen entfaltet wird, serviert Ennio Morricone einen seiner prächtigsten Giallo-Scores. 

Trotz, dass Ercoli weitestgehend auf Blut und Gewalt verzichtet und die in gewisser Weise freiwillige Vergewaltigung an Minou gnädigerweise nicht zeigt, ist FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT immer wieder packend inszeniert und lebt auch von den vielen Schauplätzen. 

FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT ist ein Paradebeispiel für einen Giallo, der sich etwas vom Muster löst, was ihm sehr guttut. 

(Bjoern Candidus)

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