BLOODY NEW YEAR
(GB, 1987, Regie: Normen J. Warren)
Nach einer Prügelei auf einer Kirmes, geht es für sechs junge Leute auf eine Insel mit einem beinah verlassenen Hotel, in dem man scheinbar vergessen hat, die Weihnachts- und Silvesterparty-Deko abzuhängen. Oder ist dort einfach nur die Zeit stehengeblieben?
Normen J. Warren (SAMEN DES BÖSEN, 1981) hat hier einen höchst skurrilen Geister-Slasher-Horrorfilm gezimmert, der mich etwas sprachlos zurückgelassen hat. Warren lässt einiges aus dem Sack und geizt auch nicht mit Blut. Die billigen Spuktricks, die sich etwa auf dem Niveau einer Geisterbahn bewegen, bringen ihren ganz eigenen Charme mit. Teilweise sind die Effekte sehr bizarr, und BLOODY NEW YEAR trifft manchmal in geradezu surreale Gefilde. Auch wenn manches etwas billig wirkt, ist die Kreativität, die Warren eingesetzt hat, löblich. Nicht nur einmal musste ich an EVIL DEAD (1981), aber auch an SHINING (1980) denken. Das Setting, ein altes Hotel an der Küste, verleiht dem Film ein wohliges Grusel-Feeling, und manchmal kommt sogar etwas Spannung auf.
Die Darsteller sind etwas nervig, aber immerhin natürlicher als viele ihrer US-Kollegen. Trotzdem trübt ihr dümmliches Verhalten etwas die Inszenierung. Andererseits ist das Gezeigt so überzogen, dass die Darsteller ohnehin zur Nebensächlichkeit und natürlich zum Kanonenfutter verkommen.
Auch wenn BLOODY NEW YEAR in sehr vielen Momenten etwas zu überzogen ist, hat Warren erneut bewiesen, dass er ein Händchen für bizarre Storys hat.
(Bjoern Candidus)