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Rats: Night of Terror, 1984 – ★★½

THE RIFFS III – DIE RATTEN VON MANHATTAN
(RATS – NOTTE DI TERRORE, Italien, 1984, Regie: Bruno Mattei, Claudio Fragasso)

Nach einem Atomkrieg sind alle fünf Kontinente weitesgehend verstrahlt. Die wenigen Überlebenden Menschen haben sich unterirdisch einquartiert, um dort eine neue Gesellschaft zu gründen. Andere haben sich auf die Oberfläche begeben, um nach Orten zu suchen, wo sie Wasser und Nahrung finden können. So auch eine elfköpfige Biker-Gang, die in einer verwüsteten Stadt halt macht und sich in einer Bar einquartiert. Im unteren Bereich befindet sich ein Labor mit Wasser und Pflanzen, die in Gewächshäusern gedeihen. Doch ihr Glück hält nicht lange an, denn aggressive Ratten fallen über sie her, und für die Gang bricht eine Nacht des Grauens an.  

Hat man als deutscher Zuschauer erst mal realisiert, dass es sich nicht um eine weitere Fortsetzung zu Castellaris THE RIFFS – DIE GEWALT SIND WIR (1982) handelt, darf man sich entspannt zurücklegen und dem Irrsinn folgen, den Bruno Mattei und Claudio Fragasso stattdessen hier aufgetischt haben. Mitten auf der Endzeitfilm-Welle kommt das Regie-Traumpaar auf die spannende Idee, das Endzeitkino mit dem Tier-Horrorfilm zu kombinieren. Doch was nutzt die beste Idee, wenn die Umsetzung hinkt? Wenn man das Kino der beiden Herrschaften kennt, weiß man zumindest, dass in der Regel irgendeine Art von Spaß dabei herumkommen wird, und THE RIFFS III bildet da keine Ausnahme. 

Nachdem man sich anfänglich kurz in dem obligatorischen Steinbruch-Setting befindet, in dem man sich in gefühlt jedem Italo-Endzeitfilm einmal aufhält, geht es in die Cinecittà Studios nach Rom, in denen man die Bauten für ES WAR EINMAL IN AMERIKA (1984) verwenden durfte, um die heruntergekommene Gegend zu zeigen, in der sich die Gang aufhält. Der größte Teil spielt aber in den Kulissen der Bar, bzw. des Labors, die durchaus schön ausgeleuchtet wurden. Hin und wieder kommt hier sogar ein Anflug von Atmosphäre auf, doch der hält nicht lange an, wenn die debilen Biker ihr Gequatsche fortsetzen. Mit elf Männern und Frauen hat man es hier auch etwas übertrieben, aber immerhin tragen sie Namen wie Video, Lucifer oder Chocolate und schmücken sich mit langen Haaren, Stirnbändern, Lederjacken und Nietengürteln. Die Ausstattung ist super, die Darsteller sind es nicht. Doch das Übelste an THE RIFFS III ist der schändliche Umgang mit Ratten, die hier ohne Rücksicht verletzt oder getötet wurden. Aber auch das ist nichts Neues im Italo-Kino jener Tage. Ziemlich albern wird es hingegen, wenn eine Art Welle mit Kurbel zum Einsatz kommt, auf der Plastikratten befestigt wurden, die sich rauf und runter bewegen, als wäre es eine näher kommende Masse. Das ist etwa so überzeugend wie die Angriffe durch die (echten) Ratten auf die Menschen. Es gibt ein paar gelungene Make-up-Effekte von abgenagten Gesichtern, aber im großen Ganzen ist hier alles sehr stümperhaft und langatmig inszeniert. 

THE RIFFS III – DIE RATTEN VON MANHATTAN hätte ein bedeutend besserer Film werden können, aber dann hätte weder Bruno Mattei noch Claudio Fragasso hinter der Kamera stehen dürfen. Dann hätte man aber nicht so ein groteskes Ende bekommen, wie man es hier bekommt.

(Bjoern Candidus)

←Amazonia: The Catherine Miles Story, 1985 – ★★★½
The Living Dead Girl, 1982 – ★★★★→

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