NACHT DER VAMPIRE (LA NOCHE DE WALPUGIS / Deutschland, Spanien, 1971, Regie: León Klimovsky)
Als würde es nicht reichen, dass der Werwolf Waldemar Daninsky in einem Leichenschauhaus zum neuen Leben erweckt wird, erwecken auch noch zwei junge, wissbegierige Damen eine Vampirgräfin mit ordentlich Durst auf Blut. Es kommt, wie es kommen soll: die Nacht der Vampire bricht an.
Nach FRANKENSTEIN TRIFFT DEN WOLFSMENSCH (1943), vor FREDDY VS. JASON (2003), kam DIE NACHT DER VAMPIRE. León Klimovsky und die spanische Horror-Ikone Paul Naschy vermengen das Vampir- mit dem Werwolf-Thema, was auf höchst charmante Art gelungen ist. Neu ist das Zusammentreffen bekannter Monster auch nicht für Naschy, denn ein Jahr vorher durfte er sich schon in DRACULA JAGT FRANKENSTEIN (1970) einen Pelz wachsen lassen. Egal, um den soll es nicht gehen. Die Groschenheftgruselstimmung in diesem Film ist sofort da und zeigt zu Beginn gleich einen nächtlichen Friedhofsbesuch bei Vollmond, der in ein Leichenhaus führt. Und wenn sich Paul Naschy als Waldemar Daninsky in den beliebten Wolfsmensch verwandelt, kann das Herz nur hüpfen. Hier ist Liebe zu spüren, aber nicht nur da, sondern im ganzen Film. Die sommerliche, mediterrane Kulisse mit ihren Kiefernwäldern ist toll eingefangen und verbreitet eine schöne Urlaubsstimmung. Im Kontrast dazu gibt es, sobald die Sonne untergegangen ist, Blitz und Donner. Eine unheimliche Atmosphäre ist hier also garantiert, wenn man offen ist für dieses Kino. Neben Naschy gibt es natürlich auch einen ganzen Schwung von schönen Damen wie Gaby Fuchs (HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT, 1970) oder Patty Shepard (SLUGS, 1988) als Mischung aus Elisabeth Báthory und Graf Dracula Gräfin Wandesa Dárvula de Nadasdy. Lockere, aber auch unheimliche Klänge liefert der Score von Antón García Abril, der hier schon ein Stück präsentiert, was ein paar Jahre später noch mal in Amando de Ossorios BLUTGERICHT DER REITENDEN LEICHEN (1975) wiederverwertet wurde.
Wenn der Nebel aufsteigt und der Wind zwischen den Kiefern heult, bricht die NACHT DER VAMPIRE an.
(Bjoern Candidus)
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