DER SCHWARZE TAG DES WIDDERS
(GIORNATA NERA PER L‘ARIETE, Italien, 1971, Regie: Luigi Bazzoni)
Im Umfeld des Zeitungsreporters Andrea Bild geschieht ein brutaler Übergriff, bei dem John Lubbock verletzt wird. Wenig später wird Signora Bini getötet. Der gemeinsame Nenner: beide waren auf einer Party, auf der auch Andrea Bild war. Er stellt selbst Ermittlungen an, doch dann gerät auch er unter Verdacht.
Luigi Bazzoni (SPUREN AUF DEM MOND, 1975) hat hier einen meisterlichen Giallo gezaubert, der voll und ganz in der Tradition von Fulci, Argento und Martino steht und sich vor diesen nicht im Ansatz verstecken muss.
Inhaltlich wird hier nichts wirklich Neues geboten, da sollte man nicht hoffen, aber die Form ist außerordentlich gut. Der Film ist ziemlich direkt und beginnt schon mit der Stimme des Mörders auf einem Tonband, was schon mal gut einstimmt. DER SCHWARZE TAG DES WIDDERS beginnt düster, und so bleibt er auch.
Die abwechslungsreichen Schauplätze wie Tunnel, vergammelte Häuser, Parkanlagen oder schön ausgeleuchtete Wohnungen wurden hervorragend fotografiert, was auch für die spannenden, atmosphärischen und teils actionenreichen Momente gilt. Besonders das rasante Ende ist hervorragend inszeniert. Kameramann Vittorio Storaro (APOCALYPSE NOW, 1979) hat hier beste Arbeit geleistet. Weitere Unterstützung bringt der Score. Mal hypnotisch, mal flauschig oder bedrohlich – Ennio Morricone zeigt sich mal wieder facettenreich. Wunderbar.
Neben Franco Nero, der hier schön fertig aussieht und wunderbar passt, marschieren viele bekannte Gesichter auf. Da hätten wir z. B. den glänzenden Wolfgang Preiss, Silvia Monti, Ira von Fürstenberg, Edmund Purdom, Agostina Belli und Maurizio Bonuglia.
DER SCHWARZE TAG DES WIDDERS ist ein Edel-Giallo mit einer sehr dichten, teils beklemmenden Atmosphäre, der die bekannten Zutaten in höchster Qualität liefert. Top!
(Bjoern Candidus)
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