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Wild Country, 2005 – ★★★

WILD COUNTRY
(GB, 2005, Regie: Craig Strachan)

Vier griesgrämige Teenager werden vom Dorfpfarrer für einen Selbstfindungstrip in die Natur Schottlands gefahren. Dort sollen sie eine Nacht campen und bis zum Ziel wandern, wo sie dann wieder abgeholt werden sollen. Kurz nach der Ankunft in der Pampa macht sich Lee bemerkbar, der die Vier begleiten will, um das Herz von Kelly zurückzugewinnen. Ein abgerissener Frauenkopf und ein weinendes Baby in einer Burgruine ist erst der Anfang einer fürchterlichen Nacht, denn vor ihnen tut sich eine haarige Bestie auf.

Craig Strachan hat hier einen netten, kleinen Werwolf-Horrorfilm abgeliefert, der mit seinen geringen finanziellen Mitteln durchaus zu überzeugen weiß. Hat man sich einmal an die Handkamera-Wackelbilder im hässlichen Digitallook jener Tage gewöhnt, kann man einen kurzweiligen Horrorfilm entdecken, der durchaus einen eigenen Charakter mitbringt. Der Film beweist durchaus Mut, wenn man sich das Werwolf-Design anschaut. Die Werwölfe erinnern etwas an GINGER SNAPS (2000) und sind, bis auf eine (?) Ausnahme, nicht am Computer entstanden. Sie laufen auf vier Beinen und sind etwas klobig. Außerdem scheinen sich diese Werwölfe nicht zurück verwandeln zu können, nachdem sie ihren Menschenkörper transformiert haben, zumindest geht man darauf nicht ein. Auch wenn der Film kein Gore-Fest ist, gibt es doch die ein oder andere saftige Splattereinlage. Auf CGI-Gore wird glücklicherweise verzichtet, aber man konnte ja auch Bob Keen (HELLRAISER, 1987) gewinnen. Der Film bewegt sich viel in der Dunkelheit, was den Horror-Momenten zugute kommt und das schmale Budget kaschiert, was insgesamt gut verteilt wurde. Mit der Naturkulisse und einer alten Burgruine wird zudem auf quasi kostenlose Weise eine gute Atmosphäre erzeugt. Die Teens sind annehmbar und angenehmer und authentischer als viele ihrer US-Kollegen. 

Ein bisschen BLAIR WITCH PROJECT (1999), ein bisschen mehr AMERICAN WEREWOLF (1981) und eine Spur GINGER SNAPS (2000) sind in WILD COUNTRY zu entdecken. Ein durchaus spannender, kurzweiliger Horrorfilm, der kaum mehr gekostet haben dürfte als das Einspielergebnis eines Klingelbeutels am Sonntag. 

(Bjoern Candidus)

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