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El Camino: A Breaking Bad Movie, 2019 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

EL CAMINO: EIN „BREAKING BAD“ FILM
(EL CAMINO: A BREAKING BAD FILM, USA, 2019, Regie: Vince Gilligan) 

Die Idee, Jesse Pinkman einen würdigen Abschluss in einem eigenen Film zu spendieren, ist gar nicht unvernünftig, zumal ich die Figur eigentlich mag. Nach einer der spannendsten Serien des bisherigen 21. Jahrhunderts ist die Erwartungshaltung an einem BREAKING BAD – Film extrem hoch gewesen, zumal Serien-Schöpfer Vince Gilligan selbst Regie geführt hat. Hatte ich in den ersten Minuten, in denen es ein Wiedersehen mit Jonathan Banks als Mike im Rahmen einer Rückblick-Szene gibt, noch ein gutes Gefühl, wurde dieses von Minute zu Minute fahriger. Aaron Paul ist ist zurück als Jesse Pinkman. Jesse hat viel mitgemacht, sieht entsprechend heruntergekommen aus und ist verständlicherweise höchst gestresst. Der Jesse, wie man ihn kannte, existiert nicht mehr. Und so erlebt man ihn dann über zwei Stunden, in denen die Story zwischen Rückblicken und dem aktuellen Geschehen hin und her springt. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit Jesse Plemons als Todd, der plötzlich nicht nur wesentlich älter aussieht, sondern auch mindestens 20 Kilo schwerer geworden ist. Ebenfalls an Bord: Robert Forster als Ed, Kevin Rankin als Nazi Kenny und Matt Jones und Charles Baker als Jesses Kumpels Badger und Skinny Pete. Doch nicht genug mit Fan-Service, denn natürlich darf auch Bryan Cranston als Walter White nicht fehlen. Leider konnte mich das aufgezwungene Wiedersehen dieser Figuren überhaupt nicht abholen, weil die ganze Inszenierung im Treibsand der Belanglosigkeit versinkt. Statt sich auf ein Vorankommen Jesses zu konzentrieren, tritt man auf der Stelle, erzählt ausschweifend Dinge, die völlig uninteressant sind und nur dazu dienen, die Zeit zu füllen. Statt Coolness bekommt man billige Verbitterung, statt spannender Momente gibt es gähnende Leere. Alles wirkt aufgesetzt und gezwungen und der Geist der Serie ist nur noch rudimentär zu spüren. 

Rein handwerklich gibt es keine große Qualitätsabweichung gegenüber der Serie, aber die Verspieltheit ist wie weggeblasen. Geschickte Twists weichen langweiligen Twists, unnötige Figuren werden eingeführt, um sie schnell über die Klinge springen zu lassen. Und wer hier den in der Serie immer wieder vertretenden Humor sucht, wird leider nicht fündig. 

EL CAMINO: EIN „BREAKING BAD“ FILM ist ein langweiliger Abschluss, der sicher gut gedacht war, mich aber absolut nicht abholen konnte. Sehr schade. 

(Bjoern Candidus)

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