DIE TOLLWÜTIGEN
(I DRINK YOUR BLOOD, USA, 1971, Regie: David E. Durston)
Eine Gruppe Hippies halten eine schwarze Messe ab und vergewaltigen anschließend eine junge Frau. Danach beziehen sie ein Haus in der Nähe des Tatorts und werden kurze Zeit später vom Großvater des Opfers zur Rede gestellt. Opi bekommt mächtig eins drauf und wird zum krönenden Abschluss auf einen LSD-Trip geschickt. Blind vor Rache schaltet sich der Enkelsohn ein, der das Blut eines tollwütigen Hundes in das Essen der Hippies mischt. Daraufhin verwandelt sich die Übeltäter in eine Horde Wahnsinniger, die geradewegs auf das nahegelegene Dorf zu laufen.
David E. Durston hat hier einen richtigen Grindhouse-Knaller abgeliefert, der zu Recht zu einem kleinen Klassiker avanciert ist.
Der Film hat einen authentischen Look, was vor allem an dem ländlichen Setting liegt. Es wird viel gezoomt, und manchmal hält sich die Kamera zu dicht an den Figuren auf, aber die Wirkung wird dadurch nicht geschmälert. Insgesamt geht man handwerklich solide ans Werk und liefert viele atmosphärische bis verstörende Szenen. Der Sadismus und die Brutalität, mit der man vorgeht, ist beachtlich für 1970. Blut und Terror ist einem hier gewiss. Das 60er-Jahre-Splatterkino von H.G. Lewis schimmert durch, wurde aber bereits weiterentwickelt. Zwei Themen werden hier ersichtlich: der Fall „Charles Manson“ und Romeros DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (1968), auch wenn es hier nicht um Zombies geht, sondern um tollwütige Hippies, was den Film in die Nähe von Filmen CRAZIES (1973), GROSSANGRIFF DER ZOMBIES (1980) oder 28 DAYS LATER (2002) rückt, wenn auch nicht stilistisch.
Zwischen den vielen mir unbekannten Gesichtern, gibt es ein vertrautes, nämlich das von Lynn Lowry (PARASITEN-MÖRDER, 1975), die hier ihr Schauspiel-Debüt feierte. Große darstellerische Kunst sollte man hier von niemandem erwarten, aber insgesamt ist man auf einem soliden Niveau unterwegs. Wunderbar psychotisch ist auch der Score, der sich mit seinen teils dissonanten Klängen regelrecht in die Gehörgänge frisst und das räudige Geschehen stimmig begleitet.
DIE TOLLWÜTIGEN ist authentisches 70er-Horrorkino, was ziemlich dreckig, sadistisch und blutig daherkommt.
(Bjoern Candidus)
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