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White of the Eye, 1987 – ★★★★

DAS AUGE DES KILLERS 
(WHITE OF THE EYE, GB, 1987, Regie: Donald Cammell)

Irgendwo in Arizona treibt sich ein Frauenmörder herum. Da sich der HiFi-Techniker Paul White immer in der Nähe der Tatorte befand, fällt der Verdacht auf ihn. Doch es gibt keine Beweise, die ihn überführen können. Seine Ehefrau Joan hält zu ihm, doch dann ändert sich die Situation.

Donald Cammell (DES TEUFELS SAAT, 1977) hat hier einen von Anfang bis Ende sehr dichten Thriller inszeniert, der eine meditative bis rauschartige Wirkung erzielt. Sofort wird klar, dass man es hier mit einem optischen Leckerbissen zu tun hat. Die Landschaftsaufnahmen von Arizona sind greifbar, die Sonne spürbar, ein bisschen wie in DUST DEVIL (1992). Der ganze Film wird vom Tageslicht dominiert, was die Atmosphäre förmlich aufkochen lässt. Obwohl so natürlich, wirkt alles fremdartig bis bedrohlich. Die Architektur der Villen in der Wüste, die Closeups auf die Augen; ein permanentes Gefühl der Bedrohung liegt in der Luft und erzeugt ein Gefühl des Erstickens. Der Film ist sehr stylisch, und nicht nur Richard Stanley, sondern auch Dario Argento kam mir in den Sinn. Da gibt es einen Mord in einer Küche, der mich sofort an das Giallo-Kino erinnert hat. Aber Donald Cammell hat seinen eigenen Stil und den lässt er hier raus bis zum pompösen Finale. Zudem ist auch die Besetzung des Ehepaars sehr gelungen. David Keith (DER FEUERTEUFEL, 1984), der stets eine unsympathische Ausstrahlung mitbringt, geht wunderbar in seiner Rolle auf. Ebenso überzeugend und weitaus sympathischer: Cathy Moriarty (WIE EIN WILDER STIER, 1980) als Pauls Frau Joan. 

Unterstützend wirkt hier zusätzlich der Score von Nick Mason und Rick Fenn. Und ja, man darf auch „You Sexy Thing“ von Hot Chocolate hören. Sehr schön, sehr passend.

DAS AUGE DES KILLERS ist ein außergewöhnlicher Seriemörder-Psycho-Thriller in stylischen Bildern. Hart, hitzig, verstörend, gut besetzt und weiterhin unter dem Radar laufend.

(Bjoern Candidus)

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