HINTER DEN MAUERN DES GRAUENS
(THE STRANGE DOOR, USA, 1951, Regie: Joseph Pevney)
Der bitterböse Sire de Malètroit hat einen Plan: er will seine Nichte unter die Haube bringen, um einen gemeinen Plan zu vollenden. Er sorgt dafür, dass sich ein junger Mann, Denis de Beaulieu, auf sein Schloss flüchten muss, dem man einen Mord anhängt. Als er das finstere Anwesen erreicht, gelingt es ihm über eine schwere Eisentür ins Innere zu gelangen. Doch die Tür lässt sich von innen nicht mehr öffnen. Als er auf Malètroit stößt, macht der ihm klar, dass er die Mauern nicht mehr lebend verlassen darf, wenn er nicht seine Nichte Blanche heiratet.
Gut zehn Jahre vor Roger Cormans Edgar Allan Poe – Zyklus hat Joseph Pevney bereits in eine ähnliche Kerbe geschlagen, wenn auch in Schwarzweiß statt in Farbe. Zwar basiert der Stoff lose auf die Geschichte DIE TÜR DES SIRE DE MALÈTROIT von Robert Louis Stevenson, aber die Poe – Elemente, die hier eingestreut werden, sind nicht von der Hand zu weisen. Ebenso erinnern die Studio-Kulissen an Corman. Ein Folterkeller und ein See vor dem Haus sorgen für vertraute Schauermomente. Statt Vincent Price steht hier Charles Laughton als sadistischer Sire Alain de Malètroit vor der Kamera, und der brilliert. Da wird selbst Boris Karloff als gutherziger Gefängniswärter Voltan zur Nebensächlichkeit. Dazu gesellen sich Richard Stapley als Denis de Beaulieu, Michael Pate als Talon, Alan Napier als Count Grassin, Sally Forrest als Blanche de Malètroit und Paul Cavanagh als ihr Vater Edmond de Malètroit. Mit der Besetzung ist man also auf sicherem Boden. Aber auch der Rest weiß zu überzeugen. Die grimmige Geschichte voller Intrigen und Gemeinheiten, die sich in dem schaurigen Anwesen abspielt, ist packend erzählt und mündet in einem starken Finale.
Eine Zwangsehe, Hass in der Familie und Wahnsinn, der einen durch Macht heimsucht, machen HINTER DEN MAUERN DES GRAUENS zu einem packenden Drama mit Horror-Elementen, was heute leider etwas in Vergessenheit geraten ist.
(Bjoern Candidus)
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