GESCHICHTEN, DIE ZUM WAHNSINN FÜHREN
(TALES THAT WITNESS MADNESS, GB, 1973, Regie: Freddie Francis)
Der ehrenwerte Freddie Francis (DRACULAS RÜCKKEHR, 1968) hat hier für World Film Services einen Horror-Episodenfilm abgeliefert, der sich stilistisch kaum von seinen anderen unterscheidet, die er für Amicus inszeniert hat, nur waren die allesamt besser. Die Psychiatrie-Rahmenhandlung weckt Erinnerungen an den wunderbaren ASYLUM (1972) von Roy Ward Baker. Hier führt Jack Hawkins und Donald Pleasence durchs Geschehen und berichten über einen Jungen, der sich mit einem Tiger anfreundet, der Hunger auf die Eltern verspürt, über ein verfluchtes Hochrad, was einem Liebespaar Ärger macht, über einen ziemlich lebhaften Baum, der nicht nur Eifersucht in eine Beziehung bringt und über ein Voodoo-Ritual, was es in sich hat.
Unterstützt werden die Geschichten besonders von der weiblichen Front. Hier gibt es ein Wiedersehen mit Suzy Kendall, Joan Collins und Kim Novak. In gewisser Weise sorgen die Darsteller für den Ausgleich, denn so richtig clever und spannend sind die Episoden nicht, dafür abwechslungsreich, teils grimmig und farbenfroh. Anrechnen darf man die ordentliche Fotografie von Norman Warick, der vorher bereits einige britische Horrorfilme fotografiert hat, u.a. DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES (1971).
Auch wenn GESCHICHTEN, DIE ZUM WAHNSINN FÜHREN wahrlich kein Fest des Horrors ist, besitzt der Film Charme und Sympathie und darf sich gerne in die Liste britischer Episodenfilme eingliedern. Freddie Francis konnte es allerdings besser.
(Bjoern Candidus)
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