HOUSE – DAS HORRORHAUS
(HOUSE, USA, 1985, Regie: Steve Miner)
Der Schriftsteller und Vietnam-Veteran Robert Cobb erbt das Haus seiner Tante, die sich kürzlich darin das Leben nahm. Auf dem Grundstück verschwand ein Jahr vorher Roberts Sohn Jimmy auf unerklärliche Weise, was zur Trennung der Ehe führte. Robert will sich in der viktorianischen Villa ganz auf sein neues Buch konzentrieren, was von seinen Erfahrungen im Vietnamkrieg handeln soll. Doch mit seiner Anwesenheit weckt er auch die Geister der Vergangenheit, die ihm das Leben schwer machen wollen.
Die ursprünglich von Fred Dekker konzipierte Story von HOUSE sah noch einen ernsten Horrorfilm vor, bevor Ethan Wiley die Story umschrieb und komödiantisch Elemente ins Drehbuch einfließen ließ. Produzent des Ganzen war Sean S. Cunnigham, und als Regisseur fungierte Steve Miner. Also zwei Herren, die das FREITAG DER 13. – Franchise großgemacht haben. Da ist es kaum verwunderlich, dass Harry Manfredini als Komponist fungierte. Also gute Namen, um zumindest solide Horrorkost zu erwarten. Und mit HOUSE bekommt man eine gut produzierte Horror-Komödie geliefert, die zumindest rein visuell sehr erfrischend ist. Es gibt einige wirklich sehr kreativ gestaltete Monster, die zu den schönsten der 80er-Horrorfilmen zählen. Wobei hier mehr Wert auf Skurrilität als auf Schrecken gelegt wird. Latexmasken und Make-up wird gekonnt eingesetzt, aber nichts wirkt überladen. Ist man nicht in der viktorianischen Villa, ist man plötzlich in Vietnam im Rahmen von Robert Cobbs Erinnerungen. Miner ist immer darauf bedacht, die Inszenierung voran zu treiben, ohne in einen nervigen Heckmeck zu geraten, der (Horror-)Komödien gerne das Genick bricht. Hier zeichnet sich der Humor eher durch skurrile Figuren und die ein oder andere Situationskomik aus, die selten bis gar nicht lächerlich wirkt. Allerdings leidet darunter auch etwas die Spannung, die anfänglich noch aufgebaut wird. Man erzeugt durchaus eine gruselige Atmosphäre, aber das Geschehen mildert das Horror-Feeling deutlich ab. Aber dafür hat man ja noch die Vietnam-Thematik (ein Studio -Dschungel), die für zusätzliche Dramatik sorgt, denn eigentlich geht es ja um das Verschwinden von Roberts Sohn. Eine Brücke wird geschickt geschlagen.
Nicht so wirklich überzeugen konnten mich die Darsteller. Besonders William Katt, der als Robert Cobb natürlich viel Screentime bekommt, wirkt blass und langweilig. George Wendt als sein Nachbar Harold Gorton ist auch niemand, den ich herbeigesehnt hätte. Dafür bringen die anderen Figuren und Wesen, die hier auftauchen, mehr Schwung ins Geschehen. Schön sind auch die kleinen Verweise an Horror-Legenden wie Wes Craven, Stephen King und Tobe Hooper, die auf unterschiedliche Art eingestreut werden.
HOUSE ist eine sympathische Horror-Komödie mit guten Effekten, kreativen Monstern, skurrilen Figuren und einer schönen 80er-Jahre-Ästhetik. Leider fehlt mir hier ein sympathischer Hauptdarsteller.
(Bjoern Candidus)