HOUSE 2 – DAS UNERWARTETE
(HOUSE 2: THE SECOND STORY, USA, 1987, Regie: Ethan Wiley)
Jesse erbt die alte Villa seines Ururgroßvaters. Gemeinsam mit seiner Freundin Kate und seinem besten Freund Charlie durchsuchen sie das Haus nach einem mächtigen Schatz. Im Garten stoßen sie auf das Grab von Opa Gramps, der den Schatz, ein Kristallschädel, in den Händen hält. Dann wacht Gramps auf.
In HOUSE 2 – DAS UNERWARTETE heißt es neues Haus, neue Story, und treu dem Motto der Fortsetzung: höher, schneller, weiter. Produzent war erneut Sean S. Cunningham. Regie führte Ethan Wiley, der sich schon für das Drehbuch zum ersten Teil verantwortlich zeigte.
Das Haus ist sehr schön in Szene gesetzt und schmückt sich mit zahlreichen Relikten, die eine fast abenteuerliche Atmosphäre erzeugen. Wie schon im Vorgänger gibt es auch hier wieder einen Zugang zu einer anderen Dimension. In HOUSE 2 dient ein Zimmer als Zugang in eine urzeitliche Welt, die den ein oder anderen Dinosaurier zu bieten hat. Die Kulissen und Studiobauten sind richtig schön geworden und setzen sich vom Gros ähnlicher Produktionen deutlich ab. Hat man im ersten Teil schon sehr gute Effekte, Masken und Monster präsentiert bekommen, legt Wiley und sein Team in HOUSE 2 noch einiges drauf. Man bekommt z.B. einen Höhlenmenschen, ein Sauriervogelbaby, eine Raupe mit Hundegesicht, ein skelettiertes Pferd und zwei verrottete Typen, die um einen mächtigen Kristallschädel kämpfen serviert. Ziemlich auffällig ist das Design des zombieartigen Cowboys Slim (dargestellt von Dean Cleverdon), der eine frappierende Ähnlichkeit mit Tex Hex aus der Zeichentrickserie BRAVESTARR hat, die ebenfalls 1987 an den Start ging.
Ein ähnliches Problem wie der erste Teil hat auch der zweite Teil: die Besetzung. Hier ist der Vorteil, dass es sich um mehr Figuren handelt, und da fällt es weniger ins Gewicht, wenn man keine so recht mag, abgesehen von Gramps (dargestellt von Royal Dano), Slim und den Monstern. Ayre Gross, Jonathan Stark und Lar Park Lincoln als Jesse, Charlie und Kate bleiben farblos und langweilig. Ihre aalglatten 80er-Gesichter und ihr ödes Schauspiel stehen im starken Kontrast zu den phantasievollen Figuren, den starken Kulissen und der rundum gelungenen Ausstattung. Für den Score zeichnete sich erneut Harry Manfredini verantwortlich.
Der Humor und die Familientauglichkeit rückt in HOUSE 2 mehr in den Fokus. Das Vietnam-Thema, was HOUSE noch eine Prise Ernsthaftigkeit erlaubte, weicht hier einer skurrilen Abenteuergeschichte um einen Kristallschädel mit unglaublichen Kräften, der nicht in falsche Hände geraten darf. Dadurch geht auch in diesem Teil die Spannung etwas verloren. Zudem kommt es auch zu einigen Hängern, wenn Gramps mal wie zu viel redet.
HOUSE 2 – DAS UNERWARTETE ist eine ordentliche Fortsetzung, die trotz kleiner Probleme seinem Vorgänger in nichts nachsteht, was selten genug der Fall ist.
(Bjoern Candidus)
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