HORROR HOUSE – HOUSE 3
(THE HORROR SHOW, USA, 1989, Regie: James Isaac)
Nachdem der Serienmörder Max Jenke von Detective Lukas McCarty gestellt wurde, wartet der elektrische Stuhl auf ihn. Doch die Hinrichtung kann seine böse Seele nicht vernichten. Jenke sucht McCarty und seine Familie auf, um sich zu rächen. Doch niemand glaubt McCarty, der plötzlich selbst unter Mordverdacht gerät.
Es geht abwärts! Nach den beiden gelungenen Vorgängerfilmen, ändert der dritte Teil deutlich seinen Ton. Die humorvollen Zeiten sind vorbei; HORROR HOUSE – HOUSE 3 ist ein waschechter Horrorfilm geworden, und leider kein besonders guter. Die Regie übernahm diesmal James Isaac (JASON X, 2001), nachdem man David Blyth kurz nach dem Drehbeginn feuerte.
Ursprünglich wurde der Film als HOUSE 3 konzipiert und erneut von Sean S. Cunningham produziert, doch der neue Verleih, MGM, wollte sich von der alten Reihe lösen und einen neuen Bösewicht etablieren, was auch den Titel THE HORROR SHOW erklärt. Mit Brion James als Max Janke hat das nicht funktioniert, obwohl er das Potential gehabt hätte. Aber sein Schauspiel ist zu überzogen und lädt eher zum fremdschämen ein. Janke ist eine Mischung aus Freddy Krueger und Horace Pinker aus Wes Cravens SHOCKER, der ebenfalls aus dem Jahr 1989 stammt, aber ein paar Monate vorher ins Kino kam. Inhaltlich gibt es auffällige Parallele. In beiden Filmen gelingt dem Killer, nach seiner Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl, Rache zu nehmen. Ein ähnliches Fass hat bereits Renny Harlin 1987 mit PRISON geöffnet. Ähnliches lieferte 1990 auch Claudio Fragasso mit LA CASA 5, der hier als HORROR HOUSE 2 vermarktet wurde und Robert Resnikoff mit PENTAGRAMM – DIE MACHT DES BÖSEN.
Wie HOUSE und HOUSE 2 krankt auch HOUSE 3 an den Darstellern. Obwohl mir Lance Henriksen grundsätzlich immer willkommen ist, bewegt er sich hier ständig im Grenzbereich zwischen gut und schlecht. Wahrscheinlich ist all das nur dem schlechten Drehbuch von Leslie Bohem und Allyn Warner geschuldet. Letzterer hat sogar seinen Namen herausgenommen und durch das beliebte Alan Smithee – Pseudonym ersetzen lassen. Auch der Rest der Familie McCarty, die von Rita Taggert, Dedee Pfeiffer und Aron Eisenberg verkörpert wird, ist blass und austauschbar.
Aber HOUSE 3 hat auch ein paar positive Seiten. Die düstere Atmosphäre ist durchaus gelungen und unterstützt die wenigen spannenden Momente. Der durchaus wirksame Score stammt ein weiteres Mal von Harry Manfredini. Das Haus selbst verkommt hier zur völligen Nebensache, was sehr schade ist, aber auch nicht zur Story gepasst hätte. Die fantasievollen Kreaturen, die die ersten beiden Teile der Reihe ausgezeichnet haben, bleiben hier weitestgehend fern, abgesehen von einem fiesen Thruthahn mit Jankes Gesicht. Vielmehr konzentrierte man sich auf die recht ruppigen Gore-Effekten, mit denen der Film bereits beginnt. Visionen und Alpträume, die man in der Reihe durchaus kennt, sind auch hier anzutreffen, können aber nur selten überzeugen.
HOUSE 3 ist ein halbgarer Horrorfilm mit einem lächerlichen Killer und wackeligen Darstellern, der sich lediglich mit ein bisschen Blut, Atmosphäre und Spannung über Wasser halten kann.
(Bjoern Candidus)
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