MACHO-TRIP
(HOT SUMMER WEEK, Kanada, USA, 1973, Regie: Thomas J. Smith)
Nach einer farbenfrohen und sommerlichen Titel-Sequenz, bei der die Namen der Beteiligten auf Zetteln oder Schildern stehen, die auf Autos oder auf Strandhandtüchern gepappt sind, lernen wir die beiden Mädels Karen und Debby kennen. Die beiden besten Freundinnen wollen ihre erweckte Sexualität befriedigen und fahren mit ihrem Auto die Küste entlang. Am Straßenrand nehmen sie einen Tramper mit, den Vietnam-Veteran Will, der aufgrund eines Kriegstraumas von der Armee entlassen wird, da er unter schweren Depressionen leidet. Das ist allerdings nicht sein einziges Problem, denn er neigt zu Überreaktionen. Die Mädels nehmen ihn mit, und die Fahrt endet in einer Hippie-Kommune, die Will bestens bekannt ist. Zur gleichen Zeit gibt es eine Mordserie an jungen Frauen.
Thomas J. Smith mixt zeittypische Themen wie Sex, Drogen, Mord, Hippies und Vietnamkrieg-Veteranen zusammen, was schon oft funktioniert hat, nur hier nicht. Dabei sind wenige nette Ansätze zu erkennen, doch diese werden durch ausufernde Langeweile fast gänzlich im Keim erstickt. Dabei sind die Darsteller, die von Gold weit entfernt sind, gar nicht das Problematische. Die beiden Mädels, dargestellt von Dianne Hull und Kathleen Cody, gehen klar, während Michael Ontkean als Will die Aura einer Schlaftablette besitzt. Geistig Verwirrte bekommt man dann mit der Hippie-Kommune geliefert, bei der zumindest John McMurtry als „der Macher“ noch im Ansatz zu überzeugen weiß.
Ewig lange Gesprächen zwischen eintönigen Figuren, ein sauerstoffarmer Inszenierungsstil ohne Schauwerte und eine Story, die eigentlich keine ist, machen MACHO-TRIP zu einem Schlafmittel. Da lobe ich mir LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) und die vielen anderen Filme, die in eine ähnliche Kerbe schlagen.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar