EINE FLUT VON DOLLARS
(UN FIUME DI DOLLARI, Italien, 1966, Regie: Carlo Lizzani)
Die beiden Südstaatler Jerry Brewster und Seagall überfallen einen Geldtransport. Auf der Flucht wird Jerry Brewster gefangen genommen, während Seagall mit der Beute entkommen kann. Brewster kommt für fünf Jahre ins Gefängnis, in denen er hofft, dass sich Seagall, wie versprochen, um seine Familie kümmert. Als er entlassen wird ist seine Frau tot und sein Sohn irgendwo bei Seagall, der mittlerweile unter einem anderen Namen zu einem mächtigen Landbesitzer wurde, dem die Entlassung von Brewster ein Dorn im Auge ist. Brewster schmiedet einen Racheplan.
Produzenten-Guru Dino De Laurentiis und Regisseur Carlo Lizzani (FEUERTANZ, 1966) haben hier einen Rachewestern aufgetischt, der vor allem handwerklich zu überzeugen weiß. Die Fotografie ist ordentlich, präsentiert tolle Landschaftsaufnahmen, interessante Perspektiven (Henry Silva ist stets gut eingefangen) und schöne Nachtaufnahmen einer Westernstadt. Der Film legt ein gutes Tempo hin und bietet den ein oder spannenden Moment. Man startet actionreich und serviert in regelmäßigen Abständen Prügeleien und Schießereien, die solide umgesetzt wurden. Passend untermalt wurde die Inszenierung von Ennio Morricone.
Thomas Hunter, der Jerry Brewster spielt, der die Ermordung an seiner Frau und den Betrug durch einen angeblichen Freund Segall (Nando Gazzolo) rächt, macht eine gute Figur, kann aber nicht mit der Naturgewalt Henry Silva mithalten, der hier die Killermaschine Mendez verkörpert. Silva ist wie immer zum niederknien.
EINE FLUT VON DOLLARS ist ein gut geschriebener Italowestern, der zwar inhaltlich wenig Neues erzählt, aber darstellerisch und visuell zu überzeugen weiß.
(Bjoern Candidus)
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