DIE HINRICHTUNG
(BORN FOR HELL, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, 1976, Regie: Denis Héroux)
Der US-Vietnamveteran Cain Adamson kommt frisch mit dem Schiff aus Shanghai am Hafen von Belfast an. Dort sucht er sich in einem Obdachlosenheim eine Bleibe, die er alsbald wieder verlässt, um in ein Schwesternwohnheim einzudringen. Dort bringt er neun junge Frauen in seine Gewalt, die er demütigt, teilweise vergewaltigt und tötet.
Denis Héroux (DAS UNHEIMLICHE, 1977) greift mit DIE HINRICHTUNG den Fall um den Serienmörder Richard Speck auf, der im Jahre 1966 acht Schwesternschülerinnen in Chicago umgebracht hat. Eine neunte konnte sich im Haus verstecken und überlebte. Héroux ändert die Namen und den Schauplatz, bleibt aber ansonsten sehr dicht am Fall.
In düsteren von Terroranschlägen und Gewalt zwischen Katholiken und Protestanten gezeichneten Bildern präsentiert Héroux Belfast, durch das er Mathieu Carrière wandern lässt. Der damals 26-jährige Carrière macht dabei erst mal einen ordentlichen Eindruck. Doch ich habe ihm zu keiner Sekunde den amerikanischen Kriegsveteran abgekauft, und da hilft auch kein Parka. Wenn er spricht und aus ihm immer mehr der Psychopath durchbricht, hat man eher das Gefühl, Mamas Liebling dreht am Rad, der mitnichten jemals in irgendeinem Krieg gewesen war. Aber egal. Mathieu Carrière dreht durch, und das macht er soweit ganz gut. Die Vergewaltigung mit einhergehender Strangulation ist ziemlich heftig, ebenso die anderen kaltblütigen Morde, die hier alle sehr schnell aufeinander folgen. Die Damen, wie Eva Mattes, Debra Berger oder Christine Boisson, die sich hier in den Klauen von Carriere befinden, sind allesamt ebenfalls keine unbekannten und überzeugen als Opfer.
Die Inszenierung ist sehr kalt, grob und dreckig; es gibt keine schönen Bilder, keine Liebe. Überall herrscht Gewalt in den Straßen, und der Doppeldeckerbus mit der Aufschrift „Stop Violenz“ scheint vergeblich zu fahren.
DIE HINRICHTUNG ist ein kleiner, schmutziger Film, der in der Tradition von Filmen wie Gerald Kargls ANGST (1983) steht. Auch wenn Carrière nicht immer jeden Ton trifft, überzeugt er als Psychopath, der allzu gerne lächelt.
(Bjoern Candidus)
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