GOKÉ – VAMPIR AUS DEM ALL
(KYÛKETSUKI GOKEMIDORO, Japan, 1968, Regie: Hajime Sato)
Auf einem Flug eines Passagierflugzeugs von Tokio nach Italien kommt eine Meldung über eine Zeitbombe an Bord über Funk rein. Es kommt zur Gepäckkontrolle, bei dem der Copilot zwar keine Bombe, aber ein Gewehr findet. Zur gleichen Zeit starten Vögel Selbstmordaktionen, in dem sie gegen das Flugzeug fliegen. Der Besitzer der Waffe meldet sich und bedroht die Crew und Passagiere. Er fordert vom Piloten, in Okinawa (in der dt. Fassung in Nordkorea) zu landen. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Noch mehr Vögel fliegen auf die Maschine zu, und über ein Radio erfahren sie, dass über dem Luftraum von Japan unbekannte Flugobjekte gesichtet wurden. Eins dieser Flugobjekte fliegt genau auf das Flugzeug zu, was den Piloten zu einer Notlandung zwingt. Der Pilot kann die Maschine herunterbringen, doch der Schrecken beginnt erst.
Hajime Sato hat mit GOKÉ – VAMPIR AUS DEM ALL eine faszinierende Mischung aus Vampir- und Alien-Invasionsfilm geschaffen, die vor allem auf visueller Ebene wahres Gold liefert. Schon zu Beginn, wenn das Flugzeug durch einen orangeroten Himmel fliegt, wird man gepackt von der kraft der Farben. Diese ziehen sich durch den Film und erwecken immer wieder Erinnerungen an Mario Bavas PLANET DER VAMPIRE (1965), der sich auch inhaltlich bemerkbar macht, denn schließlich geht es ja hier auch um etwas vampirartiges. Eine Art Wurm dringt in eine vaginaähnliche Öffnung ein, die sich auf der Stirn eines Mannes auftut, der dann fleißig an Hälsen saugt. Das sind starke Bilder in knalligen Farben. Auch auf der Soundebene gibt es ein paar wirksame Momente, wenn es z.B. zu hypnotischen Signalen kommt oder die Außerirdischen durch ihre Wirtskörper sprechen, deren Lippen sich nicht bewegen. Immer wieder gibt es in GOKÉ verstörende Momente, die für das Baujahr 1968 schon gewagt sind, aber man ist hier ja schließlich auch im japanischen Kino unterwegs.
Aber nicht nur die vielen atmosphärischen Farben, Lichter und Spezial-Effekte überzeugen in GOKÉ, sondern auch die Darsteller und ihre unterschiedlichen Charaktere, die sie verkörpern. Neben der Bordcrew gibt es z.B. einen Psychiater, einen Politiker, einen Attentäter und eine Amerikanerin, die die Leiche ihres Mannes abholen will, der im Vietnamkrieg gefallen ist. Immer wieder setzt Sato auf politische Seitenhieben und konzentriert sich besonders auf die unschönen Eigenschaften der menschlichen Spezies. Aber man ist ja auch in einer Notsituation, in der auch Wassermangel eine Rolle spielt. Und so entsteht die Gefahr nicht nur durch das extraterrestrische Unheil, sondern auch durch die Menschen.
GOKÉ – VAMPIR AUS DEM ALL ist ein phantastischer Film aus Japan, der inhaltlich wie äußerlich ein wahrer Genuss ist.
(Bjoern Candidus)
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