TERRORGANG
(MAS ALLA DEL TERROR, Spanien, 1980, Regie: Tomás Aznar)
Eine üble Bande, bestehend aus zwei Männern und einer Frau, nehmen nach einem Blutbad, was sie in einer Kneipe angerichtet haben, ein Pärchen als Geissel und verstecken sich im Haus einer alten Frau und ihrem kleinen Enkel. Als sie das Haus schließlich in Brand setzen, verflucht die alte Frau die Bande, bevor sie in den Flammen umkommt. Der Fluch lässt nicht lange auf sich warten. In einer alten Kirche kommt es zum Konflikt mit übersinnlichen Mächten auf dem Rachefeldzug.
Klingt gar nicht schlecht, was einen hier erwarten soll. Man hält zwar die Versprechen ein, nur bewegt sich Regisseur Tomás Aznar im Rahmen von einer Handvoll Peseten, was den Film entsprechend aussehen lässt. Aber das soll nichts heißen, denn die Ranzigkeit und die geballte Ladung ätzender Charaktere (auf allen Seiten) kann auch eine Wohltat sein, wenn man sich gerne mal „Dreck“ antut. Anfänglich blitzt Wes Cravens LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) auf, während im späteren Verlauf das Hexenfluch-Thema und die damals angesagte Zombiewelle aufgegriffen wird. In den Kirchen-/ Gruft-Szenen ist eine ähnliche Patina auszumachen wie in Andrea Bianchis einem Jahr später entstandenen DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES (1980). Brustwarzen werden hier zwar nicht abgebissen, aber immerhin explodiert ein Kopf. Sex, Gewalt bis hin zu Mord bestimmt das Geschehen. Da man es durch die Bank mit moralisch verwerflichen Charakteren zu tun hat, wird es knapp mit Identifikationsfiguren, und so freut man sich über jedes Ableben der Damen und Herren. Die Darsteller sind keine Offenbarungen, und für einige blieb dieser Film der einzige, dennoch passen sie perfekt in das räudige Gesamtpaket, was Tomás Aznar hier geschnürt hat.
TERRORGANG ist eine krude, brutale Mischung aus Banden- und Horrorfilm, der nichts auslässt, um den Zuschauer anzuspucken. Wahrlich kein Meisterwerk, aber ein gutes Beispiel für spanisches Exploitation-Kino, was immer etwas untergeht.
(Bjoern Candidus)
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