PLANET DES SCHRECKENS
(GALAXY OF TERROR, USA, 1981, Regie: Bruce D. Clark)
Die Crew der „Quest“ bekommt den Auftrag, ein verschollenes Raumschiff samt Besatzung auf dem Planeten Morganthus zu bergen. Doch die Mission stellt die Crew vor ungeahnte Herausforderungen. Als sie auf dem Planeten ankommen, stoßen sie auf eine mysteriöse Pyramide, die von gefährlichen Monstern bewohnt wird.
Mit dem Beginn der 80er-Jahre sprang Roger Corman auf die Erfolgswelle von KREIG DER STERNE (1977) und ALIEN (1979) auf und lieferte einen ganzen Zyklus von Filmen über seine Firma New World Pictures ab, die nicht selten Science-Fiction-Themen mit Horror-Elementen verknüpften. PLANET DES SCHRECKENS, der unter der Regie von Bruce D. Clark entstanden ist, erinnert visuell erst mal deutlich an ALIEN. Die düstere Eröffnungs-Szene auf Morganthus lässt einen an den aus ALIEN bekannten Planeten LV-426 denken. Ein wüster, lebensfeindlicher Planet wird hier präsentiert, auf dem sich eine Pyramide befindet, die deutlich an die Designs von HR Giger, aber auch unweigerlich an den Kosmos von H. P. Lovecraft erinnern. Inhaltlich hat der Film nur wenig mit ALIEN gemein, was auch gut ist. Clarks Story dreht sich um die individuellen Ängste der Figuren von denen sie der Reihe nach Opfer werden, wenn sie sich manifestieren. Und so wird die Crew, ähnlich wie im Slasher-Kino, nach und nach reduziert. Die größte Stärke liegt hier aber in der Kraft der Bilder, der Farben und Formen.
Das gesamte Produktionsdesign in PLANET DES SCHRECKENS ist Zucker und verrät in keiner Weise das schmale Budget von 700.000 US-Dollar. Dass Corman stets aus wenig viel gemacht und gerne wiederverwertet hat, ist kein Geheimnis, aber mit James Cameron hat er auch noch einen Fachmann an Bord gehabt, der ein paar Jahre später mit TERMINATOR (1984) und ALIENS (1986) die Messlatte in Sachen Scifi-Design extrem hochgelegt hat. Die Inszenierung überzeugt durch Modelle, Matte Paintings, Bildcollagen, Studiokulissen und der Ausstattung der Crew. Das Design hat noch den Charme der 70er-Jahre, den man auch noch in Cormans Produktion MUTANT – DAS GRAUEN AUS DEM ALL (1982) erkennen kann. Außerdem geht es hier recht blutig zur Sache, und neben grafischer Gewalt, in der auch mal Gesichter weggerissen werden, gibt es eine fiese Vergewaltigung einer Frau durch eine riesige Monstermade. Gerade die bekannten Darsteller wie Robert Englund, Sid Haig oder Grace Zabriskie bringen zusätzlichen Spaß mit rein. Englund kämpft z.B. in einer Szene gegen seinen Doppelgänger, während sich Sid Haigs Kristall-Wurfsterne plötzlich gegen ihn selbst richten. Es vergeht kaum ein Moment, in dem man hier nicht irgendwas Cooles entdecken kann, und das macht PLANET DES SCHRECKENS nie langweilig. Die düstere Atmosphäre wird kontinuierlich gehalten, es gibt einige spannende Szenen und immer wieder Angriffe von Monstern mit Tentakel.
PLANET DES SCHRECKENS ist ein düsteres Scifi-Horror-Spektakel mit tollen Effekten, guten Charakteren und einer durchaus interessanten Story, die aber noch ausbaufähiger gewesen wäre.
(Bjoern Candidus)
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