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Evil Dead Trap 2: Hideki, 1992 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

HIDEKI: THE KILLER
(SHIRYÔ NO WANA 2: HIDEKI, Japan, 1991, Regie: Izô Hashimoto)

Ein Serienkiller bringt junge Frauen um und verstümmelt sie auf grausame Weise. Die erfolgsorientierte TV-Reporterin Emi berichtet mit großem Interesse über die Fälle. Ihre beste Freundin Aki, eine Filmvorführerin in einen Kino, ist das genau Gegenteil von Emi, denn sie ist mollig, Single und wird von ihrer Umwelt als uninteressant gesehen. Plötzlich sieht Aki auf den TV-Beiträgen einen kleinen Jungen, der sie anstarrt, was sie zu einer Sekte führt, die von einer Hellseherin geleitet wird, die genau weiß, wer Aki ist. Parallel dazu bittet Emi ihren Liebhaber, Kurahashi, mit Aki ins Bett zu gehen, damit die endlich ein Erfolgserlebnis hat. Ein fataler Fehler. 

Auch wenn der Originaltitel SHIRYÔ NO WANA 2, bzw. EVIL DEAD TRAP 2 eine Fortsetzung zu Toshiharu Ikedkas Horror-Slasher von 1988 verspricht, hat Izô Hashimotos HIDEKI: THE KILLER mit diesem nichts groß zu tun. Eine Sache eint sie aber auf jeden Fall: sehr harte Gore-Szenen und ein Händchen für das Visuelle. Gerade das Visuelle ist eine große Stärke von Hashimotos Serienmörder-Psycho-Horror-Thriller, der sich ein wenig der damaligen Musik-Videoclip-Ästhetik bedient. Aus vielen unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln wird man in eine japanische Großstadt entführt, deren Nächte mit Neonreklameschildern geflutet werden. Hier tummelt sich Aki mit ihrer schönen Freundin Emi herum, die viele andere Freunde hat mit der sie ihre Freizeit verlebt. In atmosphärischen, sehr stilistischen Bildern werden Partys gefeiert oder man wird geradewegs in einen Alptraum aus Blut und Gedärme gestoßen, was sich ab der zweiten Hälfte intensiviert, bis man schließlich im Finale im roten Lebenssaft versinkt. Hashimoto liefert ein paar sehr harte Momente, besonders jene, die als Reportage dargestellt werden. 1991 sollte man nicht nur minutenlang eine aufgedunsene Wasserleiche einer Frau in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER studieren können, sondern auch eine am Ufer liegende Leiche, deren Eierstöcke herausgerissen wurden. 

Nach einer langen Einführung der Figuren, die durchweg mit guten Darstellern besetzt wurden, dringt man immer tiefer vor in eine finstere, verschachtelte Geschichte, die für reichlich Verwirrung sorgt und viel Raum für Interpretationen bietet. HIDEKI: THE KILLER ist wahrlich nicht nur ein Serienmörder-Thriller, sondern auch ein Film über eine verletzte Seele, über Einsamkeit und dem krankhaften Verlangen nach Erfolg. Zusätzlich streut Hashimoto auch ein paar übersinnliche Elemente mit rein, die sich aber nicht eindeutig klären, aber seinen Film auch als Horrorfilm lesen lassen können. Schönheit und Grausamkeit gehören zusammen und werden in HIDEKI: THE KILLER in berauschenden Bildern geliefert, die von einem sehr coolen, minimalistischen Score von Masaya Abe untermalten werden. 

Surreal, brutal, emotional… HIDEKI: THE KILLER ist ein stylischer Schlag in die Magengrube aus Fernost. 

(Bjoern Candidus)

←Night Visitors, 1987 – ★★½
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