DARK MISSION
(OPERACIÓN COCAÍNA, Frankreich, Spanien, 1988, Regie: Jess Franco)
Der CIA-Agent Derek Carpenter bekommt den Auftrag, den ehemaligen Handlanger von Fidel Castro, Luis Morel, in Südamerika ausfindig zu machen und auszuschalten. Auf dem Flug nach Südamerika lernt er Linda kennen, die ausgerechnet die Tochter des Drogenbarons Morel ist, aber (noch) nichts von seinen Machenschaften weiß.
Wer bei DARK MISSION einen actionreichen Agenten-Thriller erwartet, dem sein ein Blick auf den Regisseur empfohlen. Jess Franco ist nicht bekannt für Action, Explosionen und Verfolgungsjagden, und es dauert über eine Stunde, bis mal kurz ein paar Kampfhubschrauber (teilweise Archivmaterial) zum Einsatz kommen und es ein kleines Feuergefecht gibt. Davor wird man lange Zeit mit ellenlangen Gesprächen zwischen den Figuren gelangweilt. Geschwätzigkeit kennt man aus Francos Kino, aber was in den 60er bis 70er-Jahren mit oft tollen Darstellern (und spannenderen Themen) funktioniert hat, geht hier mit dem Rest der Inszenierung baden. Vor allem Christopher Mitchum als CIA-Agent wirkt, als würde er neben sich stehen. Den Gesichtsausdruck der Leere hält er von Anfang bis Ende aufrecht. Wer gehofft hat, dass Christopher Lee als Luis Morel mehr Würze in die Inszenierung bringt, wird leider auch enttäuscht. Auch Lee wirkt wie im Leerlauf, wenn man ihn mal sieht. Dafür liefert Richard Harrison als Boss von Agent Carpenter ein paar komische Momente. Etwas Feuer bringen immerhin Brigitte Lahaie, Alicia Moro und Cristina Higueras mit in die Inszenierung, aber Franco konnte Frauen ja auch bestens in Szene setzen. Immerhin gibt es ein paar sehr schöne spanische Schauplätze, die Franco ganz gut als südamerikanisch verkaufen kann. Trotz der Ödnis, die sich zwischen den Figuren auftut, ist Franco zumindest darauf bedacht, schnell den Schauplatz zu wechseln. Doch wo auch immer man hier ist, es passiert nicht viel. Aber manchmal reicht auch der Anblick von Palmen, um glücklich zu sein.
Gelungen ist der Besuch in einer Psychiatrie voller Drogenabhängiger, die durch gestreckte Drogen krank und verrückt wurden, was natürlich auf Morel zurückgeht. Der Score von Louis Alborado erinnert zwar stilistisch an das Kino von Franco, wird hier aber unglaublich unpassend eingesetzt. Aber gut, unpassend ist hier vieles.
DARK MISSION, bzw. OPERACIÓN COCAÍNA klingt spannend, ist aber sterbenslangweilig und in den besten Momenten unfreiwillig komisch. Das kommt davon, wenn nicht mal Francos Ehefrau Lina Romay involviert ist.
(Bjoern Candidus)
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